EILMELDUNG: KVR versucht Pro-Choice-Kundgebung zu verbieten

Das KVR erwägt derzeit unsere Kundgebung am morgigen 25.01. durch einen Auflagenbescheid vor die Georgenstraße 28 zu verlegen und damit Platz für die Fundis zu schaffen, die dann wieder einmal direkt vor der Beratungsstelle von pro familia in der Türkenstraße 103 stehen dürften.

Uns ist egal, ob das KVR versucht, unsere Versammlung zu verbieten, wir werden unseren Protest gegen die Fundis auf jeden Fall selbstbestimmt gestalten. Kommt deshalb ab 10:30 Uhr in die Türkenstraße 103 und wir entscheiden gemeinsam, wie wir mit dieser Situation am besten umgehen.

Ihr könnt uns immer noch kreuzweise #3

Am Freitag, den 25. Januar 2019 wackeln mal wieder christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen durch München. Bisher zogen sie immer vor die Beratungsstelle profamilia (Türkenstr. 103), um diese zu terrorisieren. Dieses Mal jedoch stehen wir ab 11 Uhr dort, um unsere Positionen auf die Straße zu bringen. Wir wollen einen sicheren und einfachen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen und wir wollen eine Gesellschaft, in der es möglichst keine ungewollten Schwangerschaften mehr gibt. Mit unserer Kundgebung möchten wir Mut machen und endlich mit dem Tabu brechen, dass über Schwangerschaftsabbrüche nicht gesprochen wird. Außerdem positionieren wir uns gegen christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen, die vor Beratungsstellen und Abtreibungskliniken ungewollt Schwangere belästigen und terrorisieren.

Kommt vorbei, schaut euch unseren Infotisch an, trinkt Tee mit uns und lasst uns ein bisschen quatschen. Und wenn die Fundis (= christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen) dann vorbeischauen, lasst uns dafür sorgen, dass Gott ihre Gebete nicht hören kann.

Wir treffen uns um 11 Uhr vor der Türkenstr. 103.

Wer Lust hat die Fundis auf ihrem Gebetsmarsch durch München zu begleiten, kann auch um 10 Uhr zur St. Pauls-Kirche (St. Paulsplatz, Haltestelle Theresienwiese) kommen.

Infos in Kürze

Freitag, 25. Januar 2019

10:00 Uhr
Start des Gebetsmarschs christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner*innen an der St. Pauls-Kirche

Ab 11:00 Uhr
Pro-Choice-Kundgebung mit Infotisch vor der Türkenstr. 103


Ihr könnt uns immer noch kreuzweise Teil 2

Am morgigen Sonntag, den 23. Dezember wollen die fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen um Wolfgang Hering ein letztes Mal im Jahr 2018 durch die Innenstadt ziehen. Entgegen ihrer üblichen Gewohnheiten starten sie dieses Mal um 11:30 Uhr an der Frauenkirche.

Wir werden die fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen auch dieses Mal mit einer Kundgebung vor pro familia erwarten. Dazu treffen wir uns um 12:00 Uhr in der Georgenstraße auf Höhe der Hausnummer 28.

Aufruf gegen die monatlichen Vigilien fundamentalistischer Abtreibungsgegner*innen: Ihr könnt uns immer noch kreuzweise!

Wir teilen den Aufruf von Pro Choice München:

Mit so genannten Gebetsvigilien oder Mahnwachen setzen radikale Abtreibungsgegner*innen in ganz Deutschland Ärzt*innen und ungewollt Schwangere unter Druck. In München werden diese Märsche vom Verein Euro Pro Life bzw. „Helfer für Gottes kostbare Kinder“ organisiert. Jeden Monat wackelt die Gruppe mit ihren Schildern durch München, zieht vor pro familia und betet dort. Singend und betend gegen Schwangerschaftsabbrüche… zum Kotzen.

Der Stadt sind nach eigenen Angaben die Hände gebunden, dabei wäre eine Bannmeile rund um Kliniken und Beratungsstellen ein erster wichtiger Schritt zum Schutz der Betroffenen. Doch es scheint, als ob die Parteien dem Psychoterror keine Ende bereiten wollen.

Erwartbar, aber natürlich nicht akzeptabel.

Darum halten wir ab dem 24. November 2018 jeden Monat eine Kundgebung vor der Beratungsstelle von pro familia (Türkenstraße 103) ab. Dort wo sonst selbst ernannte „Lebensschützer*innen“ ihre Hetze verbreiten, werden nun wir unsere Positionen auf die Straße bringen. Mit unseren Kundgebungen möchten wir Mut machen und endlich mit dem Tabu brechen, dass über Schwangerschaftsabbrüche nicht gesprochen wird. Und wir hoffen damit zu verhindern, dass christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen ungewollt Schwangere weiter terrorisieren und die wichtige Arbeit der Beratungsstellen behindern.

Unsere Forderungen sind noch immer:

  • Sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung
  • Die Abschaffung der Paragraphen 218 und 219a StGB
  • Volle Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen durch Krankenkassen
  • Mehr Kliniken und Praxen in denen ein Abbruch vorgenommen werden kann
  • Schwangerschaftsabbruch als verpflichtender Teil der medizinischen Ausbildung
  • Abschaffung der Gewissensfrage, die Ärzt*innen die Möglichkeit gibt, Abbrüche ohne Angabe von Gründen zu verweigern
  • Kostenloser Zugang zu Verhütungsmitteln
  • Ein Umdenken in der Gesellschaft: Es darf keine Rolle spielen, ob Kinder mit oder ohne Behinderung auf die Welt kommen. Wir sind gegen eine normative Selektion durch pränatale Diagnostik.
  • Die Gleichstellung aller Lebensweisen

Kommt vorbei, zeigt Euch solidarisch und lasst uns gemeinsam emanzipatorische Strategien entwickeln, an der Abschaffung von § 218 und § 219a arbeiten oder einfach nur gemeinsam Tee trinken und quatschen.

Eine Nachricht an die Fundis: ihr könnt uns noch immer kreuzweise. Verpisst euch! Mfg die bösen Linken. 😛

Wir starten am 24. November um 10:30 Uhr mit unserer ersten Kundgebung in der Nähe der pro familia Beratungsstelle in der Türkenstraße 103. Den genauen Veranstaltungsort, sowie Informationen zur Route der Fundis werden kurzfristig auf der Seite prochoicemuc.noblogs.org bekannt gegeben.

Kundgebung gegen die Kriminalisierung antifaschistischen und antirassistischen Protests in Gap (Frankreich)

Insgesamt 7 Aktivist*innen aus Frankreich, der Schweiz und Italien stehen am Donnerstag, 08. November in Gap vor Gericht. Ihnen wird „Bandenmäßige Beihilfe zur Immigration von Ausländern mit irregulärem Status auf französischen Boden“ vorgeworfen, nachdem sie am 22. April dieses Jahres an einem Solidaritätsmarsch gegen eine Grenzblockade der Génération Identitaire teilgenommen hatten. Zuvor befanden sich drei der Aktivist*innen bereits mehr als 36 Tage in Haft.

Gegen diese Kriminalisierung antirassistischen und antifaschistischen Protests wollen wir ebenso protestieren wie gegen die unmenschliche Behandlung und den Rassismus, den Geflüchtete, denen eine Flucht nach Europa gelungen ist, hier erfahren. Wir demonstrieren gegen alle Grenzen, gegen die Abschottung Europas gegenüber Flüchtenden und die menschenverachtende Unterbindung der privaten Seenotrettung im Mittelmeer, die zum Tod so vieler Flüchtenden führt.

Wir erklären uns deshalb solidarisch mit allen Menschen, die sich trotz aller Widrigkeiten gegen Grenzen, gegen Rassismus und für die Rettung Ertrinkender einsetzen. Den in Gap angeklagten Aktivist*innen gilt unsere volle Solidarität.

Das wollen wir auch den Vertreter*innen des französischen Staates in München zeigen und rufen deshalb am 07. November um 19 Uhr zu einer Kundgebung in Solidarität mit den Angeklagten in Gap vor dem französischen Generalkonsulat in der Heimeranstraße 31 auf.

No Borders, No Nation!

Weitere Informationen zu dem anstehenden Prozess in Gap findet ihr im Aufruf des Unterstützungskomitees der 3+4 von Briançon:

Am Donnerstag, dem 8. November wird in Gap (Frankreich) der Prozess gegen 7 Aktivist*innen stattfinden, darunter 4 Französ*innen, 2 Schweizer*innen und eine Italienerin, welche riskieren, 10 Jahre ins Gefängnis zu kommen und Bussen von 750‘000 Euro zu zahlen. Es wird ihnen „Bandenmässige Beihilfe zur Immigration von Ausländern mit irregulärem Status auf französischen Boden“ beim Solidaritätsmarsch vom 22. April dieses Jahres vorgeworfen.

Diese Spontandemo war eine Reaktion auf die rassistischen und gefährlichen Provokationen der Splittergruppe Génération Identitaire, die seit dem Vortag den Col de l‘Echelle völlig ungestraft blockiert hatte.

Infolge dieses Marsches wurden 3 Aktivistinnen während 11 Tagen in Untersuchungshaft genommen und danach zu einer Strafhaft am Wohnsitz von mehr als 25 Tagen verurteilt. In Erwartung des Urteils des Conseil Constitutionnel (französisches Verfassungsgericht) über das Solidaritätsdelikt wurden sie endlich freigelassen. Dieses Urteil, das am 6. Juli gefällt wurde, hat an ihrer Lage nichts geändert. Sie sind noch immer strafbar. Der Conseil Constitutionnel hat beschlossen, dass sich die Solidarität auf punktuelle humanitäre Hilfe auf der französischen Seite der Grenze auf diejenigen beschränken soll, die es unter Einsatz ihres Lebens schaffen, die Grenze zu überqueren. Daher wären diejenigen, die zufällig helfen, ohne die Migrationspolitik in Frage zu stellen, nicht strafbar; und strafbar diejenigen, die sich aus Solidarität organisieren.


Infolge dieses Beschlusses wurden vier weitere Personen in Verwahrung genommen und werden für die gleichen Entscheidungsgründe ebenfalls belangt.

Der Prozess gegen alle 7 findet am 8. November dieses Jahres vor dem Gericht von Gap statt.


Diese Einberufung einer Gruppe folgt auf zahlreiche Pressionen und Einschüchterungsversuche, welche die solidarischen Personen nun schon während Monaten ertragen müssen.

Sie steht auch im Zusammenhang mit vermehrter Gewaltanwendung im Rahmen der Migrationspolitik seit mehreren Jahren. Diese Verschärfung trifft vor allem Personen im Exil; Sie sind die Hauptopfer (Gefangenschaft, Wegweisung, Diskriminierung aufgrund des Aussehens/der Hautfarbe, Diebstahl, gewalttätige Übergriffe, Drohungen mit Feuerwaffen, Einschüchterungen, …).


Gleichzeitig führt die Solidarität, welche die Gefährdung von Menschen ablehnt, zu einer Anklage wegen Menschenhandel, obwohl sie versucht, die tödlichen Gefahren im Gebirge zu bannen und die Einhaltung der Grundrechte und -freiheiten, die zunehmend Opfer von Sicherheits- und Identitätsansprüchen werden, durchzusetzen.


Die gegenwärtige verheerende und ungerechte Lage an der Grenze führt uns auch dazu, einen kritischen Blick auf die Mängel dieser kapitalistischen Gesellschaft zu werfen (Geschichte der Sklaverei und des Kolonialismus, Plünderung der Ressourcen, Klimawandel, Korruption, imperialistische Kriege, …), unter deren Konsequenzen tausende Flüchtlinge leiden müssen.


Zusätzlich zur Unterstützung der 7 einberufenen Personen wollen wir, dass sich die Solidarität, die während diesen Mobilisierungen gezeigt wird, eine Gelegenheit ist, unsere Solidarität mit den fortwährend kriminalisierten und entmenschlichten Menschen im Exil zu bekunden, die Gewalt und die gesellschaftlichen Mechanismen, von welchen sie die Opfer sind, anzuklagen, und Vorschläge für eine einladendere Welt für alle zu machen.


In diesem Hinblick rufen wir sowohl zu einer möglichst grossen Unterstützungskundgebung am 8. November vor dem Gericht in Gap als auch zu dezentralen Unterstützungsaktionen überall auf, im  Vorfeld und bis zum Tag des Prozesses!


Grenzen sind ein Mythos. Es liegt an uns, sie zu sprengen!


Grenzenloser Widerstand und Solidarität!


Die französischen, schweizerischen und italienischen Unterstützungskomitees der 3+4 von Briançon.

Kurzbericht über die Pro Choice Demonstration gegen den 1000-Kreuze-Marsch in München

Rund 200 Personen folgten am gestrigen Samstag (27. Okt.) trotz nasskaltem Wetter dem  Aufruf zu einer feministischen Pro Choice Demonstration gegen den 1000-Kreuze-Marsch. Ausgehend vom Max-Joseph-Platz zogen wir als laute Demonstration gemächlichen Schrittes die Maximilianstraße hinunter in Richtung Isar und bogen dort in die Widenmayerstraße ein. Als unsere Demonstration die Luitpoldbrücke passierte, auf der die fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen eigentlich ihre Zwischenkundgebung mitsamt der üblichen dramatischen Geste des Rosen-ins-Wasser-werfens abhalten wollten, entschied sich ein Großteil der Demonstrant*innen der vorgesehenen Route nicht weiter zu folgen und stattdessen die Brücke zu blockieren. Mit Erfolg: Die Zwischenkundgebung der Fundis fiel ins Wasser, aus dem üblichen Ritual des Rosen-ins-Wasser-werfens wurde eine bei weitem weniger dramatische Geste des Rosen-auf-den-Boden-werfens während ihrer Abschlusskundgebung.

Doch es gibt auch weniger gute Nachrichten: Insgesamt 27 geflüchtete Menschen, die sich auf dem Weg zu unserer Demonstration befanden, wurden abseits der Öffentlichkeit durch die Polizei daran gehindert, zu uns zu stoßen. Stattdessen wollten die eingesetzten Bullen die Personengruppe zu der gleichzeitig stattfindenden Demonstration in Gedenken an Andrea Wolf schicken. Wir verurteilen dieses rassistische Vorgehen der Bullen scharf und solidarisieren uns mit den Betroffenen dieser Schikane!

Trotz dieses Vorfalls werten wir unsere Demonstration und die daraus resultierende Blockade des Zwischenkundgebungsortes der Fundis als Erfolg. Uns ist es nicht nur gelungen, den reibungslosen Ablauf des 1000-Kreuze-Marschs zu stören und damit auch die Verbreitung der antifeministischen Hetze der Fundis zu reduzieren, sondern wir haben auch rund 200 Feminist*innen auf Münchens Straßen gebracht, die ihre Position lautstark sichtbar gemacht haben.

Darüber freuen wir uns sehr.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten an der Demonstration für ihre grandiose Arbeit ebenso wie ihr Erscheinen.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal!

Redebeitrag zur Pro Choice Demonstration gegen den 1000-Kreuze-Marsch

Wenn ein einziger jährlicher 1000-Kreuze-Marsch die einzige Fundiveranstaltung wäre, mit der wir uns hier in München herumschlagen müssten, wäre alles viel leichter.

Die reaktionäre Scheiße, die Abtreibungsgegner*innen meinen hier heute abziehen zu müssen, ist eklig und widerwärtig. Es ist eine aus der Zeit gefallene Zurschaustellung von Familien- und Geschlechterbildern. Der 1000-Kreuze-Marsch ist antifeministisch, autoritär und sexistisch. Er verhöhnt alles, was es an Empowerment Bewegungen in den letzten Jahrzehnten gegeben hat.

Und doch. Und doch manifestiert sich hier nur im Großen, was sich Monat für Monat im Kleinen wiederholt:

Der gleiche Verein wie beim 1000-Kreuze-Marsch; wieder Wolfgang Hering in der Rolle des Anführers, befiehlt er Monat für Monat seine Schar von willig Betenden um sich und pilgert durch die Stadt, um vor pro familia in Schwabing Psychoterror zu betreiben.

Das immer unter dem Deckmantel der Nächstenliebe. Die Fundis stilisieren sich als arme Opfer von Linken und den Medien – neulich wurden pro-choice Aktivist*innen mit den Worten „Wieso hasst ihr uns so? Wieso lasst ihr uns nicht in Ruhe beten?“ begrüßt.

Und genau hier liegt das Problem! Die Fundis geben sich als sanfte, bemitleidenswerte Menschen, die von der Polizei beim Beten beschützt werden müssen. Dabei ist diese Truppe alles andere als gefahrlos. Ihr erklärtes Ziel: Sowohl die Beratungsstelle pro familia als auch die bestehende Abtreibungspraxis in Freiham zum Aufgeben zu bewegen.

Das ist nicht harmlos! Das hat nichts mit Nächstenliebe zu tun! Es ist reaktionär und einfach nur zum Kotzen, schwangeren Personen, die über eine Abtreibung nachdenken, und sich eh schon in einer scheiß Lebenssituation befinden, vor Beratungsstellen Plastikföten entgegenzustrecken und als Mörder*innen zu diffamieren.

Und es ist mir egal, wie mitleidig die so handelnde Person dabei schaut. Es ist mir egal, dass sie vorgibt, persönlich zu leiden, weil andere Menschen abtreiben. GENAU DAS ist Psychoterror! Das ist Täter*innen-Opfer-Umkehr. Das ist victim blaming. Das ist widerlich und verabscheuungswürdig.

Und GENAU DAS betreibt die Hering-Truppe jeden verdammten Monat am 25. in München. Sie schüchtert ein. Sie fühlt sich immer, aber auch immer, auf der Seite des „Rechts“. Sie hetzt. Sie wird beschützt von einer Polizei, die auf genau die Masche „Arme, vor allem ältere Menschen, die harmlos singen und beten“ hereinfällt, und den Gegenprotest ohne Ende gängelt.

Lassen wir uns das nicht mehr bieten! Feministischer pro-choice Protest muss in München endlich lauter werden.

Zeigen wir heute in aller Deutlichkeit, was wir von den Fundis halten: Nämlich gar nichts! IHR KÖNNT UNS KREUZWEISE! Heute, und an jedem 25. des Monats wieder!

Anarchafeministisches Fanzine „Nebenwidersprüche“

Anlässlich der Proteste gegen den 1000-Kreuze-Marsch 2018 haben wir gemeinsam mit der Antisexistischen Aktion München ein Fanzine zum Themenkomplex „Pro Choice“ herausgegeben.

Wir dokumentieren darin nicht nur die Aktivitäten selbsternannter Lebensschützer*innen in München und die Gegenproteste, die dazu bisher stattgefunden haben, sondern setzen uns mit dem Thema auch aus theoretischer Sicht näher auseinander. Außerdem gibt es ein Pro Choice Kreuzworträtsel und ein Glossar mit vielen Begriffserklärungen.

Cover der 1. Ausgabe von Nebenwidersprüche

Das Fanzine kann ab sofort hier oder über die zugehörige Webseite heruntergeladen werden. In gedruckter Form wird es erstmals bei der heutigen Informationsveranstaltung zu den Protesten gegen den 1000-Kreuze-Marsch erhältlich sein. In den nächsten Tagen und Wochen wird es vermutlich an mehreren linken Orten und bei diversen Veranstaltungen verteilt werden.

Wenn euch das Fanzine gefällt und ihr uns bei der Finanzierung der Druckkosten unterstützen wollt, freuen wir uns über kleine und größere Spenden.

Vermutlich wird es zukünftig weitere Ausgaben von „Nebenwidersprüche“ zu anderen feministischen Themen geben. Wenn ihr diese mitgestalten möchtet, könnt ihr euch an das Redaktionskollektiv wenden: nebenwidersprueche@riseup.net (PGP-Key).

Informationen zur Demonstration gegen den 1000-Kreuze-Marsch

Alle Informationen zur Demonstration gegen den 100 Kreuze Marsch am 27. Oktober um 13 Uhr auf dem Max-Joseph-Platz findet ihr auf der Webseite prochoicemuc.noblogs.org

Infoveranstaltung am 26. Oktober

Am Freitag, den 26. Oktober werden wir auf einer Infoveranstaltung in der Ligsalzstraße 8 alle Informationen zum geplanten Protest gegen den 1000-Kreuze-Marsch an euch weitergeben.

Los geht es ab 19 Uhr mit KüfA. Gegen 20 Uhr wird es einen kurzen Input mit der Möglichkeit Fragen zu stellen, geben.

Vorbereitung

Auf der Demo-Webseite findet ihr ein Demo 1×1 mit vielen Tipps zur richtigen Vorbereitung, sowie zum allgemeinen Verhalten auf Demonstrationen.

Noch besser könnt ihr euch mit der untenstehenden Aktionskarte vorbereiten.

Aktionskarte zur Demonstration gegen den 1000-Kreuze-Marsch

Download der Aktionskarte

Anreise/Übernachtung

Für Schlafplätze in den Nächten vom 26./27. und 27./28. Oktober in München wendet euch per E-Mail an die Adresse prochoice-muc@riseup.net. Welche Informationen von euch benötigt werden, erfahrt ihr hier.

Eine gemeinsame Zuganreise wird es aus folgenden Städten geben:

  • Bahnhof Rosenheim, Treffpunkt um 11:15 Uhr

Ermittlungsausschuss (EA)

Während der Demo wird es einen Ermittlungsausschuss (EA) geben, der sich im Fall von Ingewahrsamnahmen und anderen Schikanen durch die Polizei darum kümmert, dass keine*r verloren geht.

Ihr erreicht den Ermittlungsausschuss unter der Nummer +49 89 / 448 96 38. Preägt euch diese Nummer gut ein oder notiert sie mit Permanentschreiber auf eurem Körper.

Ganz wichtig: Wenn ihr nach einer Ingewahrsamnahme durch die Polizei wieder entlassen werdet, meldet euch unbedingt beim EA ab, damit keine*r umsonst nach euch sucht.

Aufruf

Mobi-Video

Es gibt auch ein Mobilisierungs-Video zu den Protesten gegen den 1000-Kreuze-Marsch. Ihr könnt es hier ansehen.

Ihr könnt uns kreuzweise: Und das jeden Monat!

Und täglich grüßt das Murmeltier:

Es ist schon wieder Ende Oktober, die Vigilien der fundamentalistischen Christ*innen von EuroProLife stehen also mal wieder vor der Tür.

Einmal mehr wollen sie ihre verabscheuungswürdige Routine durchführen: Am 25. um 9 Uhr Gottesdienst in der Sankt-Pauls Kirche (Münchner Westend), dann ihr „Gebetsmarsch“ durch die Innenstadt bis zur Türkenstraße, wo sie vor der Beratungsstelle von pro familia eine Stunde auf die Knie fallen und Gebete murmeln, im Anschluss weiter vor die Uni, wo gegen 13:00 die Abschlusskundgebung stattfindet.

Pro Choice Aktivist*innen präsentieren das Fronttransparent der Demonstration gegen den 1000-Kreuze-Marsch 2018

Wenn ihr jetzt sagt, dass das nun zwar skurril, aber nicht wirklich schlimm sei, und das frühe Aufstehen nicht lohne, so stimmt das leider nicht.
Unter dem Deckmantel von Nächstenliebe, Christentum und „wir-geben-ungehörten-eine Stimme-Gerede“ wird hier zum einen krasser Psychoterror betrieben, der sich sowohl gegen die Beratungsstelle richtet und als auch gegen die schwangeren Menschen selbst. Wir sagen nicht, dass Schwangerschaftsabbrüche eine leichte Entscheidung sind und auch nicht, dass wir „dafür“ sind (einen weiterführenden Text dazu findet ihr hier: https://neobiota.noblogs.org/post/2018/10/22/ist-ein-foetus-nur-ein-zellhaufen/). Aber eine sowieso schon verzweifelte Person, deren ganzes vorheriges Leben durch eine ungewollte Schwangerschaft auseinanderzubrechen droht, massiv unter Druck zu setzen, ihre Selbstbestimmung in Frage zu stellen und sie implizit als „Mörder*in“ zu diffamieren; das kann mensch nicht unbeantwortet lassen. Zum anderen steckt viel mehr hinter diesem vordergründig nur absurden Gebaren der Fundis: Nämlich ein Familienbild wie aus Uromas Bilderbuch, bei dem Frauen die Hoheit über ihren eigenen Körper abgesprochen wird, wo die Geschlechterverteilung ganz klar verteilt ist: Es gibt die Frau und es gibt den mann und das war es dann. Und so soll dann bitte auch die Kleinfamilie aussehen: Eine Frau, die sich um die Kinderschar kümmert, ein mann, der das Geld nach Hause bringt und der Ernährer der Kleinfamilie ist. Dazu kommt dann noch, sozusagen als Sahnehäubchen, eine prüde und gehemmte Vorstellung von Sexualität.

Es ist auch genau dieses von den Fundis propagierte Weltbild, dass sich gleichsam in rechts-nationalen bis rechtsextremen Kreisen, etwa von CSU, Pegida und AfD wiederfindet. Hoppla!

Deshalb rufen wir auch diesen Monat dazu auf, sich den Fundis am 25.10.2018 um 10 Uhr an der Sankt-Pauls-Kirche in München entgegenzustellen. Wahlweise könnt ihr auch gegen 11 an die Türkenstraße 103 kommen.

Ausführlichere Infos über die Fundis findet ihr auf den Seiten der Antisexistischen Aktion München (http://antisexistischeaktionmuenchen.blogsport.eu/) oder auch auf ka-os-muc.net.

Wir sehen uns am Donnerstag!