Pro Choice is ois! Fundiaufmarsch in München stoppen

Wir unterstützen den Aufruf der Antisexistischen Aktion München gegen den Gebetsmarsch der Abtreibungsgegner*innen um Wolfgang Hering am 24. März 2018:

  • 40 Tage Mahnwache vor dem „Medicare“-Zentrum in Freiham
  • Monatliches Vigil mit Kundgebung vor pro familia
  • Widerliche Hetzkampagnen gegen Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen
  • Einflussnahme radikaler Abtreibungsgegner*innen auf politische Entscheidungen
  • Zahllose Aufkleber fundamentalistischer Jesusanbeter*innen
  • und und und …

Uns reicht’s! Wir finden es ist an der Zeit, dem Haufen hier ansässiger und aktiver „Lebensschützer*innen“ zu zeigen, dass wir ihre sexistische, rassistische, trans- und homofeindliche Ideologie nicht länger unkommentiert stehen lassen.

Darum rufen wir für den 24. März 2018 zum Protest gegen christliche Fundamentalist*innen auf. 


Treffpunkt ist um 11:00 Uhr vor „pro familia“ in der Türkenstraße 103, 80799 München


Für den 24. März ruft Wolfgang Hering vom Verein „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ erneut zu einem so genannten Vigil auf. Dabei ziehen die ultra-religiösen Abtreibungsgegner*innen durch die Münchner Innenstadt vor die Beratungsstelle von „pro familia“ und beten dort. In der Regel haben sie eine Marienikone und Schilder dabei, die Umstehenden manipuliative, die Umstände eines Schwangerschaftsabbruchs verfälschende Botschaften vermitteln sollen.

Gruppen wie „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ sprechen Frauen* ihre reproduktiven Rechte ab: so hat nicht die Frau* zu entscheiden, ob und wie viele Kinder sie zur Welt bringt sondern Gott allein. Ihr Ziel: das vollständige Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Im Rahmen ihrer Kampagnen und Aktionen bezeichnen sie Schwangerschaftsabbruch als Mord, denn in ihrer Welt beginnt das menschliche Leben mit der Zeugung. Um ihren Punkt zu machen, greifen sie zu teilweise drastischen Methoden. Sie nutzen Bilder mit blutigen Föten, quatschen Frauen* im Rahmen so genannter „Gehsteigberatungen“ vor Beratungsstellen und Kliniken an, verteilen unrealistisch große Plastikembryos oder zeigen Schilder mit Sprüchen wie „Papa schau, ich bin ein Junge“. All das dient dazu, ungewollt Schwangere, in ihrer eh schon schwierigen Situation weiter unter Druck zu setzen.

Egal ist ihnen dabei auch, dass sie sich völkisch-rechter Rhetorik bedienen. Schon die Nazis nutzten den weiblichen Körper für ihre Propaganda. Da ist die Rede vom „Mutterleib als Keimzelle des Volkes“ oder dass „das Volk im Mutterleib stirbt“. Frauen* kommt in diesem Narrativ die Rolle der Mutter zu, die möglichst viele gesunde Kinder für den deutschen Volkskörper zu produzieren habe. Daher ist es auch kein Wunder, dass sich extrem rechte im Dunst selbst ernannter „Lebensschützer*innen“ durchaus wohl fühlen und ideologische Anknüpfungspunkte finden.

Bayern – (k)ein Platz für Antifeminist*innen

Das seit Jahrzehnten von konservativen Kreisen geführte Bayern war und ist ein Ort, an dem sich antifeministische und reaktionäre Gruppierungen durchaus wohl fühlen. Parteien wie die CSU, AfD oder Zentrum sind hier genauso aktiv wie evangelikale und christliche Fundamentalist*innen oder „Lebensschutz“-Organisationen wie AlfA, CDL oder 1000 Plus, letztere zogen extra von Heilbronn nach München.

Untereinander und über München hinaus sind diese Gruppen zum Teil gut vernetzt. So traten Wolfang Hering, Vorbeter bei „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ und Klaus Günther Annen, einer der umtriebigsten Abtreibungsgegner Deutschlands,  bei einem „Vigil“ in Münster gemeinsam auf. Annen relativiert auf seiner Seite „babycaust.de“ die Shoa und prahlt förmlich damit, gegen wie viele Ärzt*innen er schon Anzeige erstattet hat.

Derzeit wohl prominentestes Opfer seiner Hetzjagd ist die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die wegen des Verstoßes gegen §219a zu einer Geldstrafe von 6000€ verurteilt wurde. Was Annen wohl aber nicht schmeckt, ist dass Frau Dr. Hänel sich nicht verkrochen hat, sondern die Diskussion öffentlich führt. Das und die Welle der Solidarität bewirkte, dass seit langem wieder öffentlich und aktiv über das Thema Schwangerschaftsabbruch gesprochen und diskutiert wird.

Daran wollen wir mir unserem Protest am 24. März anknüpfen. Wir fordern die Abschaffung der Paragrafen 219 und 218 StGB. Denn nicht nur die Information über Abtreibungen, sondern auch Schwangerschaftsabbrüche an sich sind in Deutschland noch immer strafbar und werden nur aufgrund eines lausigen Zusatzartikels (§218a) nicht strafrechtlich verfolgt. Diese Entmündigung und Bevormundung von Schwangeren ist unerträglich. Wir wollen sie nicht länger hinnehmen.

Setzen wir also gemeinsam ein starkes Zeichen gegen reaktionäre, antifeministische Hetze und für Selbstbestimmung. Treten wir den Abtreibungsgegner*innen entgegen und zeigen ihnen, was wir von ihrem Gebete halten. 

Wir haben es in der Hand, zu verhindern, dass München zum Ort für Fundis und radikale Abtreibungsgegner*innen wird. Und darum rufen wir Euch dazu auf, am 24.3. mit uns auf die Straße zu gehen und gegen diese sexistische Kackscheiße zu demonstrieren.

Wir treffen uns um 11:00 Uhr vor „pro familia“ in der Türkenstraße 103, 80799 München. 

Eure Antisexistische Aktion München

Bitte seid Euch darüber im Klaren, dass mit polizeilicher Repression zu rechnen ist und die Cops versuchen werden, unseren legitimen Gegenprotest zu verhindern oder zu kriminalisieren.