Ihr könnt uns kreuzweise: Und das jeden Monat!

Und täglich grüßt das Murmeltier:

Es ist schon wieder Ende Oktober, die Vigilien der fundamentalistischen Christ*innen von EuroProLife stehen also mal wieder vor der Tür.

Einmal mehr wollen sie ihre verabscheuungswürdige Routine durchführen: Am 25. um 9 Uhr Gottesdienst in der Sankt-Pauls Kirche (Münchner Westend), dann ihr „Gebetsmarsch“ durch die Innenstadt bis zur Türkenstraße, wo sie vor der Beratungsstelle von pro familia eine Stunde auf die Knie fallen und Gebete murmeln, im Anschluss weiter vor die Uni, wo gegen 13:00 die Abschlusskundgebung stattfindet.

Pro Choice Aktivist*innen präsentieren das Fronttransparent der Demonstration gegen den 1000-Kreuze-Marsch 2018

Wenn ihr jetzt sagt, dass das nun zwar skurril, aber nicht wirklich schlimm sei, und das frühe Aufstehen nicht lohne, so stimmt das leider nicht.
Unter dem Deckmantel von Nächstenliebe, Christentum und „wir-geben-ungehörten-eine Stimme-Gerede“ wird hier zum einen krasser Psychoterror betrieben, der sich sowohl gegen die Beratungsstelle richtet und als auch gegen die schwangeren Menschen selbst. Wir sagen nicht, dass Schwangerschaftsabbrüche eine leichte Entscheidung sind und auch nicht, dass wir „dafür“ sind (einen weiterführenden Text dazu findet ihr hier: https://neobiota.noblogs.org/post/2018/10/22/ist-ein-foetus-nur-ein-zellhaufen/). Aber eine sowieso schon verzweifelte Person, deren ganzes vorheriges Leben durch eine ungewollte Schwangerschaft auseinanderzubrechen droht, massiv unter Druck zu setzen, ihre Selbstbestimmung in Frage zu stellen und sie implizit als „Mörder*in“ zu diffamieren; das kann mensch nicht unbeantwortet lassen. Zum anderen steckt viel mehr hinter diesem vordergründig nur absurden Gebaren der Fundis: Nämlich ein Familienbild wie aus Uromas Bilderbuch, bei dem Frauen die Hoheit über ihren eigenen Körper abgesprochen wird, wo die Geschlechterverteilung ganz klar verteilt ist: Es gibt die Frau und es gibt den mann und das war es dann. Und so soll dann bitte auch die Kleinfamilie aussehen: Eine Frau, die sich um die Kinderschar kümmert, ein mann, der das Geld nach Hause bringt und der Ernährer der Kleinfamilie ist. Dazu kommt dann noch, sozusagen als Sahnehäubchen, eine prüde und gehemmte Vorstellung von Sexualität.

Es ist auch genau dieses von den Fundis propagierte Weltbild, dass sich gleichsam in rechts-nationalen bis rechtsextremen Kreisen, etwa von CSU, Pegida und AfD wiederfindet. Hoppla!

Deshalb rufen wir auch diesen Monat dazu auf, sich den Fundis am 25.10.2018 um 10 Uhr an der Sankt-Pauls-Kirche in München entgegenzustellen. Wahlweise könnt ihr auch gegen 11 an die Türkenstraße 103 kommen.

Ausführlichere Infos über die Fundis findet ihr auf den Seiten der Antisexistischen Aktion München (http://antisexistischeaktionmuenchen.blogsport.eu/) oder auch auf ka-os-muc.net.

Wir sehen uns am Donnerstag!