Anarchafeministisches Gebetsbuch Version 1 fertig!

Nachdem bereits seit einigen Monaten auf unseren Kundgebungen gegen Fundis eine „Version 0.1“ des Anarchafeministischen Gebetsbuches kursierte, haben wir nun endlich „Version 1“ zusammengestellt: dort findet ihr zusätzlich zu den Gebeten und Psalmen aus der alten Broschüre endlich auch jede Menge Lieder, um euch beim Protest gegen die Fundis die Zeit vertreiben zu können. Unser Anarchafeministisches Gebetsbuch ist stark an das bereits seit einigen Jahren sich im Einsatz befindende Anarchafeministische Gebetsbuch aus Salzburg angelehnt. Wir haben lediglich einige Lieder ins Hochdeutsche übersetzt und ein paar eigene Lieder und die Psalmen ergänzt. Wir wünschen euch viel Spaß damit! Ihr könnt es hier herunterladen.

Ihr könnt uns immer noch kreuzweise #5

Am Montag, den 25. März 2019 wackeln mal wieder christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen durch München und werden vor der Beratungsstelle profamilia ihre übliche Show abziehen. Wir laden zur Gegenkundgebung, diesmal vor der Georgenstr. 28. Für Pro Choice, gegen Fundis!

Kommt vorbei, schaut euch unseren Infotisch an, trinkt Tee mit uns und lasst uns ein bisschen quatschen. Und wenn die Fundis (= christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen) dann vorbeischauen, lasst uns dafür sorgen, dass Gott ihre Gebete nicht hören kann.

Wir treffen uns um 11 Uhr vor der Georgenstr. 28.

EILMELDUNG: KVR versucht Pro-Choice-Kundgebung zu verbieten

Das KVR erwägt derzeit unsere Kundgebung am morgigen 25.01. durch einen Auflagenbescheid vor die Georgenstraße 28 zu verlegen und damit Platz für die Fundis zu schaffen, die dann wieder einmal direkt vor der Beratungsstelle von pro familia in der Türkenstraße 103 stehen dürften.

Uns ist egal, ob das KVR versucht, unsere Versammlung zu verbieten, wir werden unseren Protest gegen die Fundis auf jeden Fall selbstbestimmt gestalten. Kommt deshalb ab 10:30 Uhr in die Türkenstraße 103 und wir entscheiden gemeinsam, wie wir mit dieser Situation am besten umgehen.

Ihr könnt uns immer noch kreuzweise #3

Am Freitag, den 25. Januar 2019 wackeln mal wieder christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen durch München. Bisher zogen sie immer vor die Beratungsstelle profamilia (Türkenstr. 103), um diese zu terrorisieren. Dieses Mal jedoch stehen wir ab 11 Uhr dort, um unsere Positionen auf die Straße zu bringen. Wir wollen einen sicheren und einfachen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen und wir wollen eine Gesellschaft, in der es möglichst keine ungewollten Schwangerschaften mehr gibt. Mit unserer Kundgebung möchten wir Mut machen und endlich mit dem Tabu brechen, dass über Schwangerschaftsabbrüche nicht gesprochen wird. Außerdem positionieren wir uns gegen christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen, die vor Beratungsstellen und Abtreibungskliniken ungewollt Schwangere belästigen und terrorisieren.

Kommt vorbei, schaut euch unseren Infotisch an, trinkt Tee mit uns und lasst uns ein bisschen quatschen. Und wenn die Fundis (= christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen) dann vorbeischauen, lasst uns dafür sorgen, dass Gott ihre Gebete nicht hören kann.

Wir treffen uns um 11 Uhr vor der Türkenstr. 103.

Wer Lust hat die Fundis auf ihrem Gebetsmarsch durch München zu begleiten, kann auch um 10 Uhr zur St. Pauls-Kirche (St. Paulsplatz, Haltestelle Theresienwiese) kommen.

Infos in Kürze

Freitag, 25. Januar 2019

10:00 Uhr
Start des Gebetsmarschs christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner*innen an der St. Pauls-Kirche

Ab 11:00 Uhr
Pro-Choice-Kundgebung mit Infotisch vor der Türkenstr. 103


Schwangerschaftsabbrüche legalisieren! § 219a ist nicht genug. Weg mit §218!

Wir unterstützen den Aufruf des „What the Fuck“-Bündnisses aus Berlin zu einer Kundgebung vor dem Berliner Gesundheitsministerium am Montag, den 28.05.2018, die gegen die immer noch stattfindende Illegalisierung und Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen  protestiert. Die Kundgebung dient als Startschuss für eine Plakatkampagne rund um das Thema Schwangerschaftsabbrüche unter dem Motto #wegmit218.

Schwangerschaftsabbrüche legalisieren!
§ 219a ist nicht genug. Weg mit § 218!

Wir rufen zu einer Kundgebung gegen die Illegalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen auf. Noch immer gelten Abtreibungen als Straftat und auch Ärzt*innen und Beratungsstellen werden kriminalisiert. Das muss endlich aufhören! Wir fordern ein Recht auf Abtreibungen, denn es sind unsere Körper und unsere Entscheidungen!

Kommt zur Kundgebung am Montag, den 28. Mai 2018 um 16:30 Uhr
vor das Gesundheitsministerium (Friedrichstraße 108)!

Homepage des What the Fuck Bündnisses über die Gegendemo zum Marsch für das Leben. Was sind die Gesetze zu Abtreibung in Deutschland. Sind Abtreibungen legal?Schwangerschaftsabbrüche gelten auch in Deutschland gemäß § 218 Strafgesetzbuch als Straftat und sind nur unter bestimmten Voraussetzungen straffrei. So können schwangere Personen bspw. nur innerhalb von 12 Wochen und mit einer erzwungenen Schwangerschaftskonfliktberatung einen Abbruch vornehmen lassen. Selbst das Informieren über Schwangerschaftsabbrüche gilt in Deutschland gemäß § 219a StGB als Straftat. Es ist gängige Praxis von z.B. christlichen FundamentalistInnen, Ärzt*innen anzuzeigen, die über Schwangerschaftsabbrüche informieren. Der bekannteste Fall ist Kristina Hänel, die im November 2017 aufgrund dessen verurteilt wurde. Dies hat zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte über die Kriminalisierung von Ärzt*innen und Beratungsstellen geführt. Auf parlamentarischer Ebene folgten Gesetzesinitiativen verschiedener Parteien zur Neuregelung bzw. Streichung des § 219a StGB.

Doch das ist nicht genug! Denn das zwingend notwendige Ziel ist die Abschaffung des §218 StGB! Diese Regelungen kriminalisieren schwangere Personen und nehmen ihnen das Recht auf Selbstbestimmung.

Feministische Kämpfe haben in der DDR ab 1972 dazu geführt, dass Schwangerschaftsabbrüche innerhalb der ersten 12 Wochen entkriminalisiert wurden. Mit dieser so genannten Fristenlösung konnten schwangere Personen selbstbestimmt ohne Zwangsberatung Abtreibungen vornehmen lassen. Die geschaffene Rechtslage in der DDR beeinflusste auch die Debatte über die Novellierung des § 218 StGB in der BRD. Doch 1975 beurteilte das Bundesverfassungsgericht diese als verfassungswidrig. Nach der Wiedervereinigung wurde die Fristenregelung mit Beratungspflicht als bundeseinheitliche Neuregelung vom Bundestag verabschiedet. Dies stellte somit einen enormen Rückschritt dar. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes am 28.05.1993 schrieb die Beratungspflicht fest und bestätigte, dass Abtreibungen im Grundsatz rechtswidrig sind.

Heute, 25 Jahre nach diesem Urteil, will Gesundheitsminister Jens Spahn einen „Kompromiss“ im Streit um den Paragrafen 219a erschleichen und Konservative nutzen die Debatte, um rechte Wähler*innenstimmen zu fischen.

Wir wehren uns gegen die Instrumentalisierung von reproduktiven Rechten und fordern den legalen Zugang zu Abtreibungen und die Abschaffung des § 218 StGB!

Kommt zur Kundgebung am Montag, den 28. Mai 2018 um 16:30 Uhr vor das Gesundheitsministerium (Friedrichstraße 108)!

Pro Choice is ois! Fundiaufmarsch in München stoppen

Wir unterstützen den Aufruf der Antisexistischen Aktion München gegen den Gebetsmarsch der Abtreibungsgegner*innen um Wolfgang Hering am 24. März 2018:

  • 40 Tage Mahnwache vor dem „Medicare“-Zentrum in Freiham
  • Monatliches Vigil mit Kundgebung vor pro familia
  • Widerliche Hetzkampagnen gegen Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen
  • Einflussnahme radikaler Abtreibungsgegner*innen auf politische Entscheidungen
  • Zahllose Aufkleber fundamentalistischer Jesusanbeter*innen
  • und und und …

Uns reicht’s! Wir finden es ist an der Zeit, dem Haufen hier ansässiger und aktiver „Lebensschützer*innen“ zu zeigen, dass wir ihre sexistische, rassistische, trans- und homofeindliche Ideologie nicht länger unkommentiert stehen lassen.

Darum rufen wir für den 24. März 2018 zum Protest gegen christliche Fundamentalist*innen auf. 


Treffpunkt ist um 11:00 Uhr vor „pro familia“ in der Türkenstraße 103, 80799 München


Für den 24. März ruft Wolfgang Hering vom Verein „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ erneut zu einem so genannten Vigil auf. Dabei ziehen die ultra-religiösen Abtreibungsgegner*innen durch die Münchner Innenstadt vor die Beratungsstelle von „pro familia“ und beten dort. In der Regel haben sie eine Marienikone und Schilder dabei, die Umstehenden manipuliative, die Umstände eines Schwangerschaftsabbruchs verfälschende Botschaften vermitteln sollen.

Gruppen wie „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ sprechen Frauen* ihre reproduktiven Rechte ab: so hat nicht die Frau* zu entscheiden, ob und wie viele Kinder sie zur Welt bringt sondern Gott allein. Ihr Ziel: das vollständige Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Im Rahmen ihrer Kampagnen und Aktionen bezeichnen sie Schwangerschaftsabbruch als Mord, denn in ihrer Welt beginnt das menschliche Leben mit der Zeugung. Um ihren Punkt zu machen, greifen sie zu teilweise drastischen Methoden. Sie nutzen Bilder mit blutigen Föten, quatschen Frauen* im Rahmen so genannter „Gehsteigberatungen“ vor Beratungsstellen und Kliniken an, verteilen unrealistisch große Plastikembryos oder zeigen Schilder mit Sprüchen wie „Papa schau, ich bin ein Junge“. All das dient dazu, ungewollt Schwangere, in ihrer eh schon schwierigen Situation weiter unter Druck zu setzen.

Egal ist ihnen dabei auch, dass sie sich völkisch-rechter Rhetorik bedienen. Schon die Nazis nutzten den weiblichen Körper für ihre Propaganda. Da ist die Rede vom „Mutterleib als Keimzelle des Volkes“ oder dass „das Volk im Mutterleib stirbt“. Frauen* kommt in diesem Narrativ die Rolle der Mutter zu, die möglichst viele gesunde Kinder für den deutschen Volkskörper zu produzieren habe. Daher ist es auch kein Wunder, dass sich extrem rechte im Dunst selbst ernannter „Lebensschützer*innen“ durchaus wohl fühlen und ideologische Anknüpfungspunkte finden.

Bayern – (k)ein Platz für Antifeminist*innen

Das seit Jahrzehnten von konservativen Kreisen geführte Bayern war und ist ein Ort, an dem sich antifeministische und reaktionäre Gruppierungen durchaus wohl fühlen. Parteien wie die CSU, AfD oder Zentrum sind hier genauso aktiv wie evangelikale und christliche Fundamentalist*innen oder „Lebensschutz“-Organisationen wie AlfA, CDL oder 1000 Plus, letztere zogen extra von Heilbronn nach München.

Untereinander und über München hinaus sind diese Gruppen zum Teil gut vernetzt. So traten Wolfang Hering, Vorbeter bei „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ und Klaus Günther Annen, einer der umtriebigsten Abtreibungsgegner Deutschlands,  bei einem „Vigil“ in Münster gemeinsam auf. Annen relativiert auf seiner Seite „babycaust.de“ die Shoa und prahlt förmlich damit, gegen wie viele Ärzt*innen er schon Anzeige erstattet hat.

Derzeit wohl prominentestes Opfer seiner Hetzjagd ist die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die wegen des Verstoßes gegen §219a zu einer Geldstrafe von 6000€ verurteilt wurde. Was Annen wohl aber nicht schmeckt, ist dass Frau Dr. Hänel sich nicht verkrochen hat, sondern die Diskussion öffentlich führt. Das und die Welle der Solidarität bewirkte, dass seit langem wieder öffentlich und aktiv über das Thema Schwangerschaftsabbruch gesprochen und diskutiert wird.

Daran wollen wir mir unserem Protest am 24. März anknüpfen. Wir fordern die Abschaffung der Paragrafen 219 und 218 StGB. Denn nicht nur die Information über Abtreibungen, sondern auch Schwangerschaftsabbrüche an sich sind in Deutschland noch immer strafbar und werden nur aufgrund eines lausigen Zusatzartikels (§218a) nicht strafrechtlich verfolgt. Diese Entmündigung und Bevormundung von Schwangeren ist unerträglich. Wir wollen sie nicht länger hinnehmen.

Setzen wir also gemeinsam ein starkes Zeichen gegen reaktionäre, antifeministische Hetze und für Selbstbestimmung. Treten wir den Abtreibungsgegner*innen entgegen und zeigen ihnen, was wir von ihrem Gebete halten. 

Wir haben es in der Hand, zu verhindern, dass München zum Ort für Fundis und radikale Abtreibungsgegner*innen wird. Und darum rufen wir Euch dazu auf, am 24.3. mit uns auf die Straße zu gehen und gegen diese sexistische Kackscheiße zu demonstrieren.

Wir treffen uns um 11:00 Uhr vor „pro familia“ in der Türkenstraße 103, 80799 München. 

Eure Antisexistische Aktion München

Bitte seid Euch darüber im Klaren, dass mit polizeilicher Repression zu rechnen ist und die Cops versuchen werden, unseren legitimen Gegenprotest zu verhindern oder zu kriminalisieren. 

Aufruf zum Protest gegen den allmonatlichen Gebetsmarsch der „Gotteshelfer*innen“

ACHTUNG: Uhrzeit und Ort geändert. Wir treffen uns um 10:15 Uhr vor dem medicare Gesundheitszentrum in Freiham (Hans-Stützle-Straße 20). Die Abtreibungsgegner*innen haben ihre Veranstaltung dorthin verlegt.

Lust auf „Ave Maria“ und „Vaterunser“ in Dauerschleife? Auf Schilder mit der Aufschrift „Papa, schau, ich bin ein Junge“ und einer riesigen Marienikone? Lust auf christlichen Fundamentalismus und entnervende manipulative Unterdrucksetzung von Schwangeren, die über einen Abbruch nachdenken?

Nein? Dann komm am Samstag, den 25. November 2017 um 11 Uhr vor die Beratungsstelle „Pro Familia“ in der Türkenstraße 103 und demonstriere mit uns gegen die „Helfer*innen für Gottes glückliche Kinder“ (oder so ähnlich), die, wie jeden 25. des Monats – es sei denn, der 25. fällt auf einen Sonntag, dann am 24. –, unter anderem vor „Pro Familia“ – eine Beratungsstelle zum Thema Sexualität, die auch Termine zum Thema Schwangerschaftsabbruch anbietet – ihre „Vigilien“ durchführen.
Diese starten immer an der Paulskirche (St.-Pauls-Platz 11, Theresienwiese) und von dort wandeln ihre Teilnehmer*innen singend und betend – leider kennen sie nur das „Ave Maria“ und das „Vaterunser“ – zu „Pro Familia“, wo sie diese und die gesamte Nachbarschaft eine gute Stunde lang mit ihrem Singsang beschallen und dann einige Meter bis zur Ludwig-Maximilian-Universität am Geschwister-Scholl-Platz zurücklegen und ihr Gebet dort beenden.

Diese „Gotteshelfer*innen“, eigentlich „Helfer für Gottes kostbare Kinder Deutschland e.V.“, sind ein Grüppchen, das um Wolfgang Hering kreist und dem fundamentalchristlichen Verein „Euro ProLife“, der ebenfalls von Wolfgang Hering angeführt wird, nahesteht. Beide Gruppen bedauern das „Sterben des europäischen Kontinentes“ und setzen sich gegen Schwangerschaftsabbrüche ein. Dabei dient ein fundamental-christliches Weltbild als Begründung für die Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen. „Euro ProLife“ ist besonders für die Organisation der „1000-Kreuze-Märsche“, fundamentalchristliche Demonstrationen gegen Schwangerschaftsabbrüche, in Salzburg und mehreren deutschen Städten bekannt, die „Assistent*innen Gottes“ veranstalten zusätzlich zu ihren einmal monatlich stattfindenden Vigilien auch sogenannte „Gehsteigberatungen“ und bieten ein „Lebenszentrum“ an. Die Gehsteigberatungen bestehen darin, zum Beispiel vor dem Münchner medicare-Zentrum, einer Klinik, in der Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden, Patient*innen massiv psychologisch unter Druck zu setzen, ihnen Plastikföten in die Hand zu drücken und „Kindsmord“ vorzuwerfen. Die „Samariter*innen Gottes“ vertreten ein archaisches heteronormatives Familienbild, ein verklärtes, dabei für die betroffenen Personen massiv einengendes Bild von der „Frau und Mutter“ und ein kreationistisches, bibeltreues Verständnis des Ursprungs der Welt und der Rolle des Menschen darin.

Niemals würden wir behaupten, dass ein Schwangerschaftsabbruch eine leichte Entscheidung und ethisch unbedenklich ist. Jedoch kritisieren wir, dass die selbsternannten „Retter*innen“ schwangere Menschen massivst auf manipulative Art und Weise unter Druck setzen, anstatt die Dinge in der Gesellschaft anzugreifen, die Schwangere in die verzweifelte Notlage bringen, ihre Schwangerschaft abbrechen zu wollen. Wir kritisieren, dass ihr fundamentalchristliches Weltbild Teil der gesellschaftlichen Umstände ist, die Menschen zu einem Abbruch bewegen. Wir kritisieren, dass sie eine Lebensweise propagieren, die eine Unterwerfung unter eine göttliche Autorität und ein uraltes Buch verlangt und die alternative Lebensweisen – alle Lebensweisen, die nicht aus „Ehemann“ und „Ehefrau“ bestehen – als „sündig“ und „unchristlich“ brandmarkt. Wir kritisieren ihr starres, erdrückendes Rollenverständnis von „Männern“ und „Frauen“. Wir kritisieren die körper- und lustfeindliche Haltung des christlichen Fundamentalismus, die einen offenen und entspannten Umgang mit Sexualität unmöglich macht. Die Verhütungsmittel verteufelt. Die Enthaltsamkeit fordert. Die Sex nur als Fortpflanzungsmittel versteht und nicht als etwas, das schön ist und Spaß macht. Und zwar in all seinen Varianten. Die „Helfer*innen“ bieten den Schwangeren eine behütete Umgebung in ihren Reihen, wenn sie sich gegen einen Abbruch entscheiden. Doch nur um den Preis, diese Lebenseinstellung zu teilen und sich ihr zu unterwerfen. Das nehmen wir nicht hin! Schwangeren muss es möglich gemacht werden, eine Schwangerschaft abzubrechen. Statt Schwangerschaftsabbruch zu kriminalisieren und Schwangere noch zusätzlich unter Druck zu setzen, müssen wir dafür kämpfen, eine Gesellschaft zu schaffen, die Schwangerschaftsabbrüche nur noch selten nötig macht. Und der christliche Fundamentalismus ist dabei sicher nicht der Weg, eine solche Gesellschaft zu erreichen.

Deshalb rufen wir dazu auf, das allmonatliche Konzert der „Helfer*innen“ zu stören und diese mit lebens- und körperbejahendem Lärm zu übertönen. Bringt Musik und Boxen mit. Zeigen wir ihnen, dass unser Lärm schöner ist als ihr „Ave Maria“! Wir treffen uns um 11 Uhr vor „Pro Familia“ in der Türkenstraße 103 (Haltestelle Universität). Wer früh genug wach ist, kann um 10 auch zur Paulskirche (St.-Pauls-Platz 11, Theresienwiese) kommen und den Gebetsmarsch der „Helfer*innen“ begleiten.

Hier findet ihr eine Druckvorlage des Aufrufs, den ihr gerne ausdrucken und verteilen könnt.

Aufruf zum Brunch gegen Fundis vor Pro Familia

Wie jeden Monat um den 24. herum, laufen auch am kommenden Montag, den 25.09.2017, ab 10:00 Uhr fundamentalchristliche Abtreibungsgegner*innen von der Paulskirche am St. Pauls Platz 11 (Haltestelle Theresienwiese) singend und betend mit einem Marienbild auf den Schultern zu der Beratungsstelle Pro Familia in der Türkenstr. 103 (Haltestelle Universität), um dort eine Weile singend und betend davor zu verharren und letztendlich am Geschwister-Scholl-Platz, gegenüber von der LMU, ihren Marsch zu beenden. Sie nennen sich „Helfer für Gottes kostbare Kinder Deutschland e.V.“ und ihr Ziel ist es, Schwangerschaftsabbrüche, die sie als „Mord“ bezeichnen, durch diese sogenannten „Vigilien“ zu verhindern. Sie stellen sich vor Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, und vor Beratungsstellen, wie Pro Familia eine ist, und belästigen die Menschen, die die Angebote dieser Stellen nutzen wollen. Sie beten, sie singen, sie verteilen Plastikföten und setzen mit diesen und anderen Methoden die Personen, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken oder sich dafür entschieden haben, mit solch manipulativem Verhalten massiv unter Druck. Ein Schwangerschaftsabbruch ist nie eine leichte Entscheidung. Diese Entscheidung durch solch ein Verhalten zu erschweren und die Personen, die mit einer Schwangerschaft überfordert sind – häufig durch das verklärte, auch von christlichen Vorstellungen geprägte Bild, dass die schwangere Person auch die perfekte Person für das Aufziehen des Kindes ist, die Stigmatisierung von nicht bei der leiblichen Mutter* aufgewachsenen Kindern und den Fakt, dass im schlimmsten Fall die schwangere Person alleine für das Kind verantwortlich ist, unabhängig davon, welche Umstände zu einer Schwangerschaft geführt haben –, noch mehr zu kriminalisieren als es in Deutschland eh immer noch der Fall ist – § 218 StGB bewertet Schwangerschaftsabbruch immer noch als Straftat –, ist untragbar!

Nehmen wir den „Helfer*innen Gottes“ die Bühne für ihren „Auftritt“ vor Pro Familia! Lasst uns vor Pro Familia ab 10:30 Uhr brunchen. Kommt zahlreich, bringt Essen und Musik mit, damit, wenn die „Helfer*innen“ gegen Mittag kommen, sie weder sicht- noch hörbar sein können. Lassen wir die Personen, die Pro Familia zu einem Beratungsgespräch aufsuchen, nicht mit den Fundis alleine. Zeigen wir ihnen unsere Solidarität und dass es dabei bleibt: My body, my choice!

Zur Veranstaltung

KAfe LökAl am 27.04.2017 | Filmvorführung mit Diskussion: Frohes Schaffen – Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

»Im Laufe der Jahrtausende haben wir uns befreit von jeglichem Irrglauben und jeglichen geistigen Zwängen. Haben wir?« So die einleitenden Worte von Konstantin Faigles Dokumentarfilm »Frohes Schaffen – Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral«. Wie der Titel bereits verrät, wird der Begriff der »Arbeit« einer kritischen Untersuchung unterzogen. Denn, so die These des Films, Arbeit ist die beherrschende Ideologie unserer Gesellschaft. Doch nicht nur im aktuellen, kapitalistischen System ist Arbeit das zentrale Element, auch im sozialistischen und*oder anarcho-syndikalistischen Diskurs ist »Arbeit« ein Schlüsselbegriff, das Proletariat meist als wichtigster Akteur angesehen. In dieser Tradition steht der 01. Mai, der als »Internationaler Kampftag der Arbeiter*innenklasse« gefeiert wird. Anlässlich dieses Tages wollen wir am Donnerstag gemeinsam diesen Film ansehen und anschließend eine Diskussion darüber führen, inwiefern »Arbeit« menschliches Grundbedürfnis oder Ideologie und Aberglaube ist.

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