Chaos oder Anarchie – Soliparty gegen staatliche und gesellschaftliche Repression

Wann?
27. Jan. 2018 - 28. Jan. 2018
19:00 - 3:00 Uhr
Wo?
Kafe Marat

mit Rötten Shock, Pirates of Suburbia, Digitalbox und Wunst

In München häufen sich derzeit die Repressionsfälle gegen anarchistisches, antifaschistisches, ja gegen beinahe jede Form von linksradikalem Engagement. Auf der Straße wird der Protest gegen rassistische, nationalistische, sexistische und andere autoritäre Organisationen durch die Cops angegriffen, die Münchner Gerichte rechtfertigen diese Angriffe später vor Gericht und kriminalisieren den Protest gegen diese.

Dabei sind diese Delegitimierungsversuche gegenüber linkem Engagement Ausdruck gesellschaftlich mehrheitsfähiger Normvorstellungen, deren Reproduktion von allen Mitgliedern der Gesellschaft erwartet wird. Egal ob Heteronormativität, Leistungszwang oder Identitätszwänge gegenüber einer „deutschen Leitkultur“, wer gegen diese Normen verstößt, muss mit Gewalt zurück in den Bereich des „Normalen“ gezwängt werden.

Weil gegen einige von uns hohe Geldstrafen verhängt wurden, benötigen wir nun Geld, um diese Menschen finanziell zu unterstützen und die Repressionskosten solidarisch auf viele Menschen zu verteilen. Deshalb kommt vorbei, feiert mit uns, trinkt Bier und andere Getränke und spendet ein wenig Geld zur Bewältigung unserer Repressionskosten.

19 Uhr: Einlass

20 Uhr: Diskussion zum Thema finanzielle Ausgrenzung in linken Räumen (siehe unten)

Ab 21:30 Uhr: Party mit Rötten Shock, Pirates of Suburbia, Digitalbox und Wunst

In Raum 2: Eine Person sammelt Spenden für seine geschlechtsangleichende OP. Kommt vorbei und trinkt Pfeffi und Cocktails für einen Guten Zweck!


Diskussion zum Thema finanzielle Ausgrenzung in linken Räumen

München ist eine Stadt mit vielfältigem kulturellen Angebot. Wer Lust auf Gesellschaft, Abwechslung, Information und Bewegung hat, wird in dieser Stadt schon etwas finden, das zu einer*m passt. Jedoch haben so gut wie alle Veranstaltungen und Orte, die darauf ausgelegt sind, das öffentliche Leben zu bereichern, einen Haken: Sie sind kommerziell. Menschen mit wenig Geld bleiben von den meisten Angeboten ausgeschlossen.

Auch das linksradikale Herz findet in München seine Nischen. Ob Vorträge, Kinovorführungen, Konzerte, Parties, KüfA, Räume für Plena, das Angebot ist vielfältig. Dabei haben alle diese Angebote den Anspruch, Menschen einen schönen Abend oder einen schönen Tag zu ermöglichen, ohne dass sie Diskriminierungen wie Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Transphobie, Lookismus usw. ausgesetzt sind oder diese befürchten müssen. Was in der Theorie einfach klingt, ist praktisch gar nicht so leicht umsetzbar. Wie erkenne ich Diskriminierungsformen, wie gehe ich damit um, wenn Diskriminierungen auftreten, wie kann mensch anders miteinander umgehen? Einen diskriminierungsfreien Umgang miteinander zu erreichen, muss immer wieder neu erarbeitet werden.

Eine Form der Benachteiligung von Menschen unter vielen anderen, die immer wieder zum Thema gemacht werden und angegangen werden muss, ist die finanzielle Diskriminierung. Wir leben in einer Gesellschaft, die für so gut wie alle Angebote Geld verlangt. Entsprechend sind Menschen, die aus welchen Gründen auch immer kein oder wenig Geld haben, von vielen Angeboten ausgeschlossen. Als linke*r antikapitalisitsche*r Veranstalter*in oder Raum steht mensch vor dem Dilemma, sicher keine Person aufgrund von nicht vorhandenem Vermögen von Veranstaltungen, Angeboten und Räumen ausschließen zu wollen, jedoch meist selbst Kosten für die Veranstaltung oder den Raum zu haben, die nicht von Einzelpersonen alleine getragen werden können beziehungsweise sollen. Lösungsansätze reichen von niedrigen Fixpreiskonzepten über Ausnahmeregelungen für Menschen ohne Geld zu radikalen Spendenkonzepten.

In München werden in diesen linken Räumen sehr unterschiedliche Konzepte angewandt. Wir möchten gerne mit euch über diese Konzepte sprechen, Erfahrungen austauschen und gemeinsam überlegen, was wir aus diesen unterschiedlichen Erfahrungen ziehen und was wir voneinander lernen können. Dabei möchten wir euch gern unseren Lösungsansatz – ein radikales Spendenkonzept – vor- und zur Diskussion stellen. Wir würden uns darüber freuen, wenn ihr eure eigenen Erfahrungsberichte vorbereitet und eure Lösungsvorschläge präsentiert. Wenn ihr nicht kommen könnt oder anonym bleiben wollt, schickt uns diese gerne und wir stellen sie an dem Abend in der Diskussionsrunde vor. Ein Protokoll der Diskussion wollen wir in den Tagen nach der Diskussion auf unsere Webseite stellen.

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