Diskussion: Das Umsonst-Prinzip

Achtung Terminänderung: Die Veranstaltung findet nicht am 20.04.2018, sondern am 27.04.2018 statt!

Wir sind es gewöhnt, Dinge die wir nicht mehr benötigen – und die wir auch nicht verkaufen können –, einfach wegzuwerfen, statt diese an andere Menschen, die diese noch gebrauchen können, weiterzugeben. Ein alternatives Konzept, das des Umsonstregals, -ladens oder -flohmarkts ist der Versuch, genau das zu vermeiden und nicht mehr benötigte Gegenstände an Menschen weiterzuvermitteln, die diese gebrauchen können. Damit, so die Theorie, sollen in der Gesellschaft vorherrschende Eigentumsgedanken aufgeweicht, ebenso wie der Gebrauchswert der Gegenstände wieder in den Mittelpunkt gerückt werden. Aber ist eine Kritik an Prinzipien wie Eigentum und Tausch über solche Umsonst-Einrichtungen vermittelbar, oder überwiegen in der öffentlichen Wahrnehmung dabei vielmehr karitative Beweggründe? Wir wollen darüber diskutieren, wie Umsonst-Angebote, mit denen zugleich eine Kritik an Eigentum und Tausch vermittelt werden soll, gestaltet werden müssen, um nicht zu einer hippen Vorstellung von karitativer Hilfe und damit zu einem neuen Geschäftsmodell zu verkommen.

Zur Veranstaltung …

 

Solidarität mit den Betroffenen von Polizeigewalt in der Erstaufnahmeeinrichtung in Donauwörth

Wir dokumentieren die Stellungnahme von Solidarity & Resistance anlässlich der massiven Polizeigewalt gegen Bewohner*innen der Erstaufnahmeeinrichtung in Donauwörth am 14. März 2018. Wir unterstützen die Forderungen der Bewohner*innen nach Anerkennung ihrer Asylanträge, Schließung der Transitlager und Transfer in private Wohnungen und dem Recht auf gesellschaftliche Teilhabe. Insbesondere unterstützen wir die Forderung nach der sofortigen Freilassung aller Festgenommenen!

Am Mittwoch, den 14. März, kam es zu massiver Polizeigewalt und mindestens 29 Inhaftierungen infolge legitimer Proteste gegen eine versuchte Abschiebung. Noch immer ist der Verbleib der Festgenommenen unbekannt. Von Seiten der Geflücheteten ging keine Gewalt gegen Personen aus. Die Vorwürfe wie Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung sind konstruiert und bedürfen einer unabhängigen Aufklärung.

Seit Monaten kritisieren Geflüchtete und Menschenrechtsverbände die unmenschlichen Lebensbedingungen in der Erstaufnahmeeinrichtung (EA) Donauwörth. Innenminister Herrmann nutzte von der Polizei verbreitete falsche Anschuldigungen gegen die Geflüchteten, um am Freitag persönlich nach Donauwörth zu reisen und dort seinen Wahlkampf weiter mit rechten Forderungen nach mehr Polizei und Abschiebungen anzuheizen.

Die Geflüchteten aus der EA in Donauwörth verfassten eine Stellungnahme (vgl. unten), in welcher sie die haltlosen Beschuldigungen entkräften und zurückweisen, die Freilassung der Gefangenen fordern, sowie Anerkennung der Asylanträge, Arbeitserlaubnis und Schutz vor der Polizei.

Antirassistische Initiativen sowie Menschenrechtsorganisationen solidarisieren sich mit den Betroffenen und ihren Forderungen und fordern darüber hinaus die Kündigung der SozialarbeiterInnen, welche ihr Mandat gegenüber den BewohnerInnen der EA verletzten.

Wir, die Geflüchteten von Donauwörth fordern, dass die haltlosen Behauptungen, wir seien gewalttätig gegenüber der Polizei gewesen sowie wir hätten Möbel aus dem Fenster geworfen, sofort zurückgezogen werden. Die Polizei kam, um einen unserer Kollegen abzuholen und klopfte dafür zwischen 3 bis 4 Uhr morgens an all unsere Zimmertüren, da sie ihn in seinem nicht auffinden konnten. Rund 100 Menschen verschiedener Nationalitäten wachten auf und forderten mit ihrer Stimme die sofortige Beendigung der Abschiebung. Um ca. 14 Uhr kamen über 50 Polizeiwägen und über 200 Spezialeinheiten, bewaffnet mit Pistolen, Tränengas, Schlagstöcke, Messern, Seilen, Gewehren, Hunden und Pfefferspray. Sie sperrten uns in unsere Zimmer ein und verriegelten den Haupteingang. Überall im Haus blockierten sie die Wege, währenddessen sie unsere Personalien kontrollierten und die Zimmer duchsuchten. Sie fahndeten nach mind. 29 Personen mittels einer Namensliste, welche am morgen unter Hilfestellung der SozialarbeiterInnen und Securities erstellt wurde. Sie warfen Tränengasbomben in das Lager und sprühten zum Teil Pfefferspray in die Zimmer sowie in unsere Augen. Einige Menschen vielen in Ohnmacht, andere sprangen aus den Fenstern, um sich selbst zu retten. Hierbei mussten Glasscheiben zerbrochen werden, um Luft zum Atmen zu erhalten. Die Fenster in der EA sind alle verriegelt.

Die Forderungen unserer vergangenen Proteste waren und bleiben die Anerkennung unserer Asylanträge, die Schließung der Transitlager oder der Transfer in private Wohnungen, sowie das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe. Desweiteren fordern wir die Freilassung der Festgenommenen.

Wir solidarisieren uns mit den Geflüchteten in Donauwörth und fordern eine unabhängige Aufklärung des gewalttätigen Polizeieinsatzes gegen den Protest in Donauwörth!

Wir fordern die am Tag des Polizeieinsatz anwesenden SozialarbeiterInnen des Wohlfahrtverbands Malteser auf, die EA zu verlassen sowie zu ihrer Rolle gegenüber der Polizei Stellung zu beziehen!

“Dieser Einsatz ist eine Kriminalisierungs- und Einschüchterungstaktik seitens der Polizei gegenüber aktiven geflüchteten Menschen, die für ihre grundlegenden Menschenrechte kämpfen.”, sagt Raja, Mitglied der Gruppe Antira Muc.

“Konstruiert werden die Vorwürfe des Landfriedensbruches sowie der gefährlichen Körperverletzung. Wir sehen die gefährliche Körperverletzung auf Seiten der Polizei, welche Menschen einsperrte und sie gleichzeitig Pfefferspray in Zimmern ohne aufschließbarer Fenster aussetzte.

Der Gewaltausbruch von Seiten der Polizei zeigt nur, dass der bayerischen Politik alle Mittel Recht sind, um Proteste gegen das bayerische Lagersystem und die Politik der Abschottung gewaltvoll zu unterdrücken. Fraglich bleibt für uns auch die Rolle der SozialarbeiterInnen, die die Polizei bei der Identifizierung Einzelner unterstützt haben. Daher fordern wir die Malteser auf, die betreffenden SozialarbeiterInnen sofort zu entlassen!”

Hintergrund der Vorkommnisse in der EA in Donauwörth

Auslöser für die massive Polizeigewalt sind wohl auch die vorangegangenen Proteste. Seit Monaten werden wiederholt die Deutschkurse sowie die 80-Cent-Jobs innerhalb der EA von den Geflüchteten bestreikt. Ebenso schafften diverse andere Proteste öffentliche Aufmerksamkeit für die Zustände in der EA.

Pro Choice is ois! Fundiaufmarsch in München stoppen

Wir unterstützen den Aufruf der Antisexistischen Aktion München gegen den Gebetsmarsch der Abtreibungsgegner*innen um Wolfgang Hering am 24. März 2018:

  • 40 Tage Mahnwache vor dem „Medicare“-Zentrum in Freiham
  • Monatliches Vigil mit Kundgebung vor pro familia
  • Widerliche Hetzkampagnen gegen Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen
  • Einflussnahme radikaler Abtreibungsgegner*innen auf politische Entscheidungen
  • Zahllose Aufkleber fundamentalistischer Jesusanbeter*innen
  • und und und …

Uns reicht’s! Wir finden es ist an der Zeit, dem Haufen hier ansässiger und aktiver „Lebensschützer*innen“ zu zeigen, dass wir ihre sexistische, rassistische, trans- und homofeindliche Ideologie nicht länger unkommentiert stehen lassen.

Darum rufen wir für den 24. März 2018 zum Protest gegen christliche Fundamentalist*innen auf. 


Treffpunkt ist um 11:00 Uhr vor „pro familia“ in der Türkenstraße 103, 80799 München


Für den 24. März ruft Wolfgang Hering vom Verein „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ erneut zu einem so genannten Vigil auf. Dabei ziehen die ultra-religiösen Abtreibungsgegner*innen durch die Münchner Innenstadt vor die Beratungsstelle von „pro familia“ und beten dort. In der Regel haben sie eine Marienikone und Schilder dabei, die Umstehenden manipuliative, die Umstände eines Schwangerschaftsabbruchs verfälschende Botschaften vermitteln sollen.

Gruppen wie „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ sprechen Frauen* ihre reproduktiven Rechte ab: so hat nicht die Frau* zu entscheiden, ob und wie viele Kinder sie zur Welt bringt sondern Gott allein. Ihr Ziel: das vollständige Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Im Rahmen ihrer Kampagnen und Aktionen bezeichnen sie Schwangerschaftsabbruch als Mord, denn in ihrer Welt beginnt das menschliche Leben mit der Zeugung. Um ihren Punkt zu machen, greifen sie zu teilweise drastischen Methoden. Sie nutzen Bilder mit blutigen Föten, quatschen Frauen* im Rahmen so genannter „Gehsteigberatungen“ vor Beratungsstellen und Kliniken an, verteilen unrealistisch große Plastikembryos oder zeigen Schilder mit Sprüchen wie „Papa schau, ich bin ein Junge“. All das dient dazu, ungewollt Schwangere, in ihrer eh schon schwierigen Situation weiter unter Druck zu setzen.

Egal ist ihnen dabei auch, dass sie sich völkisch-rechter Rhetorik bedienen. Schon die Nazis nutzten den weiblichen Körper für ihre Propaganda. Da ist die Rede vom „Mutterleib als Keimzelle des Volkes“ oder dass „das Volk im Mutterleib stirbt“. Frauen* kommt in diesem Narrativ die Rolle der Mutter zu, die möglichst viele gesunde Kinder für den deutschen Volkskörper zu produzieren habe. Daher ist es auch kein Wunder, dass sich extrem rechte im Dunst selbst ernannter „Lebensschützer*innen“ durchaus wohl fühlen und ideologische Anknüpfungspunkte finden.

Bayern – (k)ein Platz für Antifeminist*innen

Das seit Jahrzehnten von konservativen Kreisen geführte Bayern war und ist ein Ort, an dem sich antifeministische und reaktionäre Gruppierungen durchaus wohl fühlen. Parteien wie die CSU, AfD oder Zentrum sind hier genauso aktiv wie evangelikale und christliche Fundamentalist*innen oder „Lebensschutz“-Organisationen wie AlfA, CDL oder 1000 Plus, letztere zogen extra von Heilbronn nach München.

Untereinander und über München hinaus sind diese Gruppen zum Teil gut vernetzt. So traten Wolfang Hering, Vorbeter bei „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ und Klaus Günther Annen, einer der umtriebigsten Abtreibungsgegner Deutschlands,  bei einem „Vigil“ in Münster gemeinsam auf. Annen relativiert auf seiner Seite „babycaust.de“ die Shoa und prahlt förmlich damit, gegen wie viele Ärzt*innen er schon Anzeige erstattet hat.

Derzeit wohl prominentestes Opfer seiner Hetzjagd ist die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die wegen des Verstoßes gegen §219a zu einer Geldstrafe von 6000€ verurteilt wurde. Was Annen wohl aber nicht schmeckt, ist dass Frau Dr. Hänel sich nicht verkrochen hat, sondern die Diskussion öffentlich führt. Das und die Welle der Solidarität bewirkte, dass seit langem wieder öffentlich und aktiv über das Thema Schwangerschaftsabbruch gesprochen und diskutiert wird.

Daran wollen wir mir unserem Protest am 24. März anknüpfen. Wir fordern die Abschaffung der Paragrafen 219 und 218 StGB. Denn nicht nur die Information über Abtreibungen, sondern auch Schwangerschaftsabbrüche an sich sind in Deutschland noch immer strafbar und werden nur aufgrund eines lausigen Zusatzartikels (§218a) nicht strafrechtlich verfolgt. Diese Entmündigung und Bevormundung von Schwangeren ist unerträglich. Wir wollen sie nicht länger hinnehmen.

Setzen wir also gemeinsam ein starkes Zeichen gegen reaktionäre, antifeministische Hetze und für Selbstbestimmung. Treten wir den Abtreibungsgegner*innen entgegen und zeigen ihnen, was wir von ihrem Gebete halten. 

Wir haben es in der Hand, zu verhindern, dass München zum Ort für Fundis und radikale Abtreibungsgegner*innen wird. Und darum rufen wir Euch dazu auf, am 24.3. mit uns auf die Straße zu gehen und gegen diese sexistische Kackscheiße zu demonstrieren.

Wir treffen uns um 11:00 Uhr vor „pro familia“ in der Türkenstraße 103, 80799 München. 

Eure Antisexistische Aktion München

Bitte seid Euch darüber im Klaren, dass mit polizeilicher Repression zu rechnen ist und die Cops versuchen werden, unseren legitimen Gegenprotest zu verhindern oder zu kriminalisieren. 

Diskussion über finanzielle Ausgrenzung in linken Räumen

Im Rahmen der Soli-Party „Chaos oder Anarchie“ organisieren wir eine Diskussion über finanzielle Ausgrenzung in linken Räumen. Wir wollen nicht nur unser Spendenkonzept für diese Party zur Diskussion stellen, sondern uns auch über Erfahrungen und andere Konzepte mit euch austauschen.

Samstag, 27.01.2018, 20 Uhr, Kafe Marat

Aus unserem Aufruf zur Diskussion:

München ist eine Stadt mit vielfältigem kulturellen Angebot. Wer Lust auf Gesellschaft, Abwechslung, Information und Bewegung hat, wird in dieser Stadt schon etwas finden, das zu einer*m passt. Jedoch haben so gut wie alle Veranstaltungen und Orte, die darauf ausgelegt sind, das öffentliche Leben zu bereichern, einen Haken: Sie sind kommerziell. Menschen mit wenig Geld bleiben von den meisten Angeboten ausgeschlossen.

Auch das linksradikale Herz findet in München seine Nischen. Ob Vorträge, Kinovorführungen, Konzerte, Parties, KüfA, Räume für Plena, das Angebot ist vielfältig. Dabei haben alle diese Angebote den Anspruch, Menschen einen schönen Abend oder einen schönen Tag zu ermöglichen, ohne dass sie Diskriminierungen wie Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Transphobie, Lookismus usw. ausgesetzt sind oder diese befürchten müssen. Was in der Theorie einfach klingt, ist praktisch gar nicht so leicht umsetzbar. Wie erkenne ich Diskriminierungsformen, wie gehe ich damit um, wenn Diskriminierungen auftreten, wie kann mensch anders miteinander umgehen? Einen diskriminierungsfreien Umgang miteinander zu erreichen, muss immer wieder neu erarbeitet werden.

Eine Form der Benachteiligung von Menschen unter vielen anderen, die immer wieder zum Thema gemacht werden und angegangen werden muss, ist die finanzielle Diskriminierung. Wir leben in einer Gesellschaft, die für so gut wie alle Angebote Geld verlangt. Entsprechend sind Menschen, die aus welchen Gründen auch immer kein oder wenig Geld haben, von vielen Angeboten ausgeschlossen. Als linke*r antikapitalisitsche*r Veranstalter*in oder Raum steht mensch vor dem Dilemma, sicher keine Person aufgrund von nicht vorhandenem Vermögen von Veranstaltungen, Angeboten und Räumen ausschließen zu wollen, jedoch meist selbst Kosten für die Veranstaltung oder den Raum zu haben, die nicht von Einzelpersonen alleine getragen werden können beziehungsweise sollen. Lösungsansätze reichen von niedrigen Fixpreiskonzepten über Ausnahmeregelungen für Menschen ohne Geld zu radikalen Spendenkonzepten.

In München werden in diesen linken Räumen sehr unterschiedliche Konzepte angewandt. Wir möchten gerne mit euch über diese Konzepte sprechen, Erfahrungen austauschen und gemeinsam überlegen, was wir aus diesen unterschiedlichen Erfahrungen ziehen und was wir voneinander lernen können. Dabei möchten wir euch gern unseren Lösungsansatz – ein radikales Spendenkonzept – vor- und zur Diskussion stellen. Wir würden uns darüber freuen, wenn ihr eure eigenen Erfahrungsberichte vorbereitet und eure Lösungsvorschläge präsentiert. Wenn ihr nicht kommen könnt oder anonym bleiben wollt, schickt uns diese gerne und wir stellen sie an dem Abend in der Diskussionsrunde vor. Ein Protokoll der Diskussion wollen wir in den Tagen nach der Diskussion auf unsere Webseite stellen.

Chaos oder Anarchie – Soliparty gegen staatliche und gesellschaftliche Repression

mit Rötten Shock, Pirates of Suburbia, Digitalbox und Wunst

In München häufen sich derzeit die Repressionsfälle gegen anarchistisches, antifaschistisches, ja gegen beinahe jede Form von linksradikalem Engagement. Auf der Straße wird der Protest gegen rassistische, nationalistische, sexistische und andere autoritäre Organisationen durch die Cops angegriffen, die Münchner Gerichte rechtfertigen diese Angriffe später vor Gericht und kriminalisieren den Protest gegen diese.

Dabei sind diese Delegitimierungsversuche gegenüber linkem Engagement Ausdruck gesellschaftlich mehrheitsfähiger Normvorstellungen, deren Reproduktion von allen Mitgliedern der Gesellschaft erwartet wird. Egal ob Heteronormativität, Leistungszwang oder Identitätszwänge gegenüber einer „deutschen Leitkultur“, wer gegen diese Normen verstößt, muss mit Gewalt zurück in den Bereich des „Normalen“ gezwängt werden.

Weil gegen einige von uns hohe Geldstrafen verhängt wurden, benötigen wir nun Geld, um diese Menschen finanziell zu unterstützen und die Repressionskosten solidarisch auf viele Menschen zu verteilen. Deshalb kommt vorbei, feiert mit uns, trinkt Bier und andere Getränke und spendet ein wenig Geld zur Bewältigung unserer Repressionskosten.

19 Uhr: Einlass

20 Uhr: Diskussion zum Thema finanzielle Ausgrenzung in linken Räumen

Ab 21:30 Uhr: Party mit Rötten Shock, Pirates of Suburbia, Digitalbox und einem Special Guest

In Raum 2: Eine Person sammelt Spenden für seine geschlechtsangleichende OP. Kommt vorbei und trinkt Pfeffi und Cocktails für einen Guten Zweck!

 

Weitere Informationen

Wo Gott nicht helfen kann, da sorgt die Polizei für Ordnung

Eigentlich hatten wir ja gar nicht mehr damit gerechnet, dass die Fundamentalist*innen um Wolfgang Hering noch vor dem medicare-Gesundheitszentrum auftauchen würden. Die Polizei war bereits abgezogen, auch einige Gegendemonstrant*innen hatten bereits den Heimweg angetreten, als schließlich mit rund 45 Minuten Verspätung das wohlbekannte Wolfimobil um die Ecke bog. Heraus kamen Wolfgang Hering und drei Begleiter*innen. Obwohl Hering wieder einmal seinen Benediktussegen um den Hals trug, der zum Schutz gegen „Alltagsgefahren, Blitz, Hagelschlag, Vergiftung, Fieber, Pest, Steinleiden, Fallsucht, böse Geister, Hexen, den Teufel sowie bei Geburten und in der Sterbestunde“ (vgl. Artikel „Benediktussegen“ bei Wikipedia) dient, bewahrte ihn und seine Mitstreiter*innen das nicht vor unserem Gegenprotest. Auch ein gen Himmel gerichtetes, stilles Stoßgebet führte nicht dazu, dass wir vom Blitz getroffen wurden und so griff Hering kurzerhand in seine Tasche und tauschte seinen Rosenkranz gegen ein Mobiltelefon, mit dem er dann eilig die Polizei verständigte. Wenige Minuten später traf diese mit zwei Streifenwägen ein. Hering delegierte das „Vorbeten“ an die zwei Personen, die am heutigen Tag die Ehre hatten, das Marienbildnis zu halten, um sich bei den Polizeibeamt*innen über uns zu beschweren. Vermutlich fühlten er und seine Mitbeter*innen durch die Musik von den Petrol Girls und Respect My Fist beim Rosenkranzbeten gestört.

Die Polizei teilte Herings Meinung offenbar und versuchte uns an einen anderen Platz zu verweisen, von dem wir die Gebete der Abtreibungsgegner*innen nur aus der Ferne hätten verfolgen können. Das stellte die Beamt*innen allerdings vor einige logistische Probleme. Glüchlicherweise kam eine*r der Polizist*innen auf die grandiose Idee, Absperrband mit der Aufschrift „Polizeiabsperrung“ um den Kundgebungsort der Fundamentalist*innen zu spannen. So grenzten Sie deren Kundgebung symbolisch von uns Gegendemonstrant*innen ab. Die Betonung sollte dabei auf dem Wort symbolisch liegen …

Zwei Polizist*innen versuchen den Kundgebungsort der Fundamentalist*innen mit Polizei-Absperrband zu sichern.

Der Versuch der Polizei stieß dabei jedoch auf einige Erheiterung bei umstehenden Beoachter*innen. Währenddessen setzte Wolfgang Hering zusammen mit seinen Schäfchen unbeeindruckt sein Gebet fort. Wie immer betete er vor. Vielleicht traut er seinen Mitstreiter*innen ja nicht zu, dass diese ein Ave Maria oder ein Vaterunser textsicher herunterbeten können.

Erleichtert davon, dass nun ein Absperrband Gegendemonstrant*innen auf Abstand hält, beteten die Fundamentalist*innen weiter. Wolfgang Hering dirigiert sie dabei.

Weil sie sich offenbar nicht anders zu helfen wussten, nahmen die Bullen kurz darauf eine Gegendemonstrantin in Vorbeugegewahrsam und beraubten uns damit auch unserer Musik. Die Betroffene wurde bis zum Ende der Kundgebung der fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen in einer Zelle auf dem Pasinger Polizeirevier festgehalten. Konkrete Vorwürfe konnten die Polizist*innen gegen sie jedoch nicht erheben.

Unterdessen schickte Gott einen Regenschauer und trieb seine selbsternannten Schäfchen damit zur Eile. Nach einem eilig zu Ende gebeteten Rosenkranz dankte Wofgang Hering der Münchner Polizei für ihren Einsatz und ließ seine Anhänger*innen noch ein Vaterunser für die Polizist*innen beten. Danach beendete er die Kundgebung und binnen einer Minute flohen die Fundamentalist*innen vom Kundgebungsort.

Stilleben mit Fundis.

 

EILMELDUNG: Zeit- und Ortsänderung unseres Protests gegen die Abtreibungsgegner*innen morgen (25. November)

Offenbar gefällt es den fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen des Vereins „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ nicht, wenn wir ihr Vigil stören wollen.

Auf jeden Fall haben sie nun für morgen (25. November) in Freiham eine Kundgebung vor dem Medicare-Gesundheitszentrum (Hans-Stützle-Straße 20)  für 10:30 Uhr angemeldet (Quelle: a.i.d.a.). Das ist zwar ein netter Versuch, unserem Protest aus dem Weg zu gehen, aber das hält uns natürlich nicht davon ab, die Veranstaltung der Fundamentalist*innen trotzdem zu stören!

Wir treffen uns deshalb morgen (25. November) um 10:15 Uhr vor dem Medicare-Gesundheitszentrum in Freiham (direkt am Bahnhof in der Hans-Stützle-Straße 20). Sollten die Fundamentalist*innen dort dann doch nicht auftauchen, werden wir von dort gemeinsam zu ProFamilia in die Türkenstraße 103 fahren.

Aufruf zum Protest gegen den allmonatlichen Gebetsmarsch der „Gotteshelfer*innen“

ACHTUNG: Uhrzeit und Ort geändert. Wir treffen uns um 10:15 Uhr vor dem medicare Gesundheitszentrum in Freiham (Hans-Stützle-Straße 20). Die Abtreibungsgegner*innen haben ihre Veranstaltung dorthin verlegt.

Lust auf „Ave Maria“ und „Vaterunser“ in Dauerschleife? Auf Schilder mit der Aufschrift „Papa, schau, ich bin ein Junge“ und einer riesigen Marienikone? Lust auf christlichen Fundamentalismus und entnervende manipulative Unterdrucksetzung von Schwangeren, die über einen Abbruch nachdenken?

Nein? Dann komm am Samstag, den 25. November 2017 um 11 Uhr vor die Beratungsstelle „Pro Familia“ in der Türkenstraße 103 und demonstriere mit uns gegen die „Helfer*innen für Gottes glückliche Kinder“ (oder so ähnlich), die, wie jeden 25. des Monats – es sei denn, der 25. fällt auf einen Sonntag, dann am 24. –, unter anderem vor „Pro Familia“ – eine Beratungsstelle zum Thema Sexualität, die auch Termine zum Thema Schwangerschaftsabbruch anbietet – ihre „Vigilien“ durchführen.
Diese starten immer an der Paulskirche (St.-Pauls-Platz 11, Theresienwiese) und von dort wandeln ihre Teilnehmer*innen singend und betend – leider kennen sie nur das „Ave Maria“ und das „Vaterunser“ – zu „Pro Familia“, wo sie diese und die gesamte Nachbarschaft eine gute Stunde lang mit ihrem Singsang beschallen und dann einige Meter bis zur Ludwig-Maximilian-Universität am Geschwister-Scholl-Platz zurücklegen und ihr Gebet dort beenden.

Diese „Gotteshelfer*innen“, eigentlich „Helfer für Gottes kostbare Kinder Deutschland e.V.“, sind ein Grüppchen, das um Wolfgang Hering kreist und dem fundamentalchristlichen Verein „Euro ProLife“, der ebenfalls von Wolfgang Hering angeführt wird, nahesteht. Beide Gruppen bedauern das „Sterben des europäischen Kontinentes“ und setzen sich gegen Schwangerschaftsabbrüche ein. Dabei dient ein fundamental-christliches Weltbild als Begründung für die Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen. „Euro ProLife“ ist besonders für die Organisation der „1000-Kreuze-Märsche“, fundamentalchristliche Demonstrationen gegen Schwangerschaftsabbrüche, in Salzburg und mehreren deutschen Städten bekannt, die „Assistent*innen Gottes“ veranstalten zusätzlich zu ihren einmal monatlich stattfindenden Vigilien auch sogenannte „Gehsteigberatungen“ und bieten ein „Lebenszentrum“ an. Die Gehsteigberatungen bestehen darin, zum Beispiel vor dem Münchner medicare-Zentrum, einer Klinik, in der Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden, Patient*innen massiv psychologisch unter Druck zu setzen, ihnen Plastikföten in die Hand zu drücken und „Kindsmord“ vorzuwerfen. Die „Samariter*innen Gottes“ vertreten ein archaisches heteronormatives Familienbild, ein verklärtes, dabei für die betroffenen Personen massiv einengendes Bild von der „Frau und Mutter“ und ein kreationistisches, bibeltreues Verständnis des Ursprungs der Welt und der Rolle des Menschen darin.

Niemals würden wir behaupten, dass ein Schwangerschaftsabbruch eine leichte Entscheidung und ethisch unbedenklich ist. Jedoch kritisieren wir, dass die selbsternannten „Retter*innen“ schwangere Menschen massivst auf manipulative Art und Weise unter Druck setzen, anstatt die Dinge in der Gesellschaft anzugreifen, die Schwangere in die verzweifelte Notlage bringen, ihre Schwangerschaft abbrechen zu wollen. Wir kritisieren, dass ihr fundamentalchristliches Weltbild Teil der gesellschaftlichen Umstände ist, die Menschen zu einem Abbruch bewegen. Wir kritisieren, dass sie eine Lebensweise propagieren, die eine Unterwerfung unter eine göttliche Autorität und ein uraltes Buch verlangt und die alternative Lebensweisen – alle Lebensweisen, die nicht aus „Ehemann“ und „Ehefrau“ bestehen – als „sündig“ und „unchristlich“ brandmarkt. Wir kritisieren ihr starres, erdrückendes Rollenverständnis von „Männern“ und „Frauen“. Wir kritisieren die körper- und lustfeindliche Haltung des christlichen Fundamentalismus, die einen offenen und entspannten Umgang mit Sexualität unmöglich macht. Die Verhütungsmittel verteufelt. Die Enthaltsamkeit fordert. Die Sex nur als Fortpflanzungsmittel versteht und nicht als etwas, das schön ist und Spaß macht. Und zwar in all seinen Varianten. Die „Helfer*innen“ bieten den Schwangeren eine behütete Umgebung in ihren Reihen, wenn sie sich gegen einen Abbruch entscheiden. Doch nur um den Preis, diese Lebenseinstellung zu teilen und sich ihr zu unterwerfen. Das nehmen wir nicht hin! Schwangeren muss es möglich gemacht werden, eine Schwangerschaft abzubrechen. Statt Schwangerschaftsabbruch zu kriminalisieren und Schwangere noch zusätzlich unter Druck zu setzen, müssen wir dafür kämpfen, eine Gesellschaft zu schaffen, die Schwangerschaftsabbrüche nur noch selten nötig macht. Und der christliche Fundamentalismus ist dabei sicher nicht der Weg, eine solche Gesellschaft zu erreichen.

Deshalb rufen wir dazu auf, das allmonatliche Konzert der „Helfer*innen“ zu stören und diese mit lebens- und körperbejahendem Lärm zu übertönen. Bringt Musik und Boxen mit. Zeigen wir ihnen, dass unser Lärm schöner ist als ihr „Ave Maria“! Wir treffen uns um 11 Uhr vor „Pro Familia“ in der Türkenstraße 103 (Haltestelle Universität). Wer früh genug wach ist, kann um 10 auch zur Paulskirche (St.-Pauls-Platz 11, Theresienwiese) kommen und den Gebetsmarsch der „Helfer*innen“ begleiten.

Hier findet ihr eine Druckvorlage des Aufrufs, den ihr gerne ausdrucken und verteilen könnt.