Statt eines Selbstverständnisses

Als Gruppe ein Selbstverständnis, in dem sich alle Gruppenmitglieder wiederfinden, zu formulieren und sich dabei nicht in Allgemeinplätzen zu ergehen, ist eine schwierige Angelegenheit. Warum sollten wir überhaupt einen Minimalkonsens in komplexen Themengebieten finden, wenn wir trotz unserer jeweils eigenen Meinung zu einem Thema auch andere Positionen akzeptieren und respektieren? Wollen wir am Ende eine einheitliche Meinung, oder versprechen wir uns nicht gerade vom Bruch mit dem Diskurs zu einem Thema, die nur scheinbare Objektivität einer Einzelposition zu unterstreichen und insoweit aufzulösen, dass bei aller subjektiven Realität auch Platz für Toleranz gegenüber anderen Meinungen bleibt?

Wir wollen deshalb, statt hier die Einstimmigkeit unserer Gruppe zu inszenieren, ein Selbstverständnis wiedergeben, in dem auch Platz für Diskussionen ist. Wenn wir also im folgenden zu den zentralen Themen unserer gemeinsamen politischen Arbeit Stellung nehmen, geben wir zwar einen gemeinsamen Konsens wieder, verweisen aber stets auch an den Punkten, an denen wir unterschiedlicher Meinung waren, auf den entsprechenden Diskurs.

Unsere Diskussionskultur

(siehe auch Unsere Diskussionskultur)

Wir legen gerade in Diskussionen Wert auf diskriminierungsfreies Verhalten. Das ist bei unterschiedlichen Graden emotionaler Betroffenheit, unterschiedlichen Kenntnisständen und Interessensgebieten, sowie teilweise auch unterschiedlichen Sprachen keineswegs einfach! Umso wichtiger ist es, eine möglichst gewaltfreie Sprache zu sprechen, darauf zu achten, dass jede*r zu Wort kommt, aber auch von niemensch erwartet wird, dass er*sie zu einem Thema etwas beiträgt, sowie die geistige Anstrengung, die eine Diskussion die unterschiedlichen Teilnehmer*innen kostet, möglichst gering zu halten.

Das kann nur funktionieren, wenn alle Diskussionsteilnehmer*innen Rücksicht aufeinander nehmen, das eigene Diskussionsverhalten ständig reflektieren und sich an gemeinsam (explizit oder implizit) vereinbarte Standards halten. Wir versuchen deshalb unsere Diskussionsstandards in Form von Richtlinien explizit festzuhalten, um einerseits denjenigen, die mit unserer Diskussionskultur noch nicht vertraut sind, den Einstieg zu erleichtern und uns andererseits auch beieinander rückzuversichern, dass wir uns richtig verstanden haben. So haben wir auch eine Grundlage, um unser Diskussionsverhalten als Gruppe zu reflektieren. Die Richtlinien, die wir für Diskussionen festgehalten haben, wollen wir dabei jedoch unter keinen Umständen dogmatisch verstanden wissen und jederzeit setzen wir uns gerne erneut mit ihnen auseinander, wenn wir darin weitere Probleme feststellen. Trotzdem hoffen wir, dass wir mit unseren Richtlinien einen Beitrag zu einer ausgeglichenen und diskriminierungsfreien Diskussionskultur leisten können, die trotz aller Betonung auch in der radikalen Linken keineswegs selbstverständlich ist.

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Weitere Themen folgen …

Wir arbeiten derzeit an einer Neufassung unseres Selbstverständnisses und diskutieren deshalb alle Themenfelder neu. Wir werden die Ergebnisse hier etappenweise veröffentlichen. Bitte habt deshalb noch ein wenig Geduld mit uns. 😉