Ihr könnt uns immer noch kreuzweise #5

Am Montag, den 25. März 2019 wackeln mal wieder christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen durch München und werden vor der Beratungsstelle profamilia ihre übliche Show abziehen. Wir laden zur Gegenkundgebung, diesmal vor der Georgenstr. 28. Für Pro Choice, gegen Fundis!

Kommt vorbei, schaut euch unseren Infotisch an, trinkt Tee mit uns und lasst uns ein bisschen quatschen. Und wenn die Fundis (= christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen) dann vorbeischauen, lasst uns dafür sorgen, dass Gott ihre Gebete nicht hören kann.

Wir treffen uns um 11 Uhr vor der Georgenstr. 28.

EILMELDUNG: KVR versucht Pro-Choice-Kundgebung zu verbieten

Das KVR erwägt derzeit unsere Kundgebung am morgigen 25.01. durch einen Auflagenbescheid vor die Georgenstraße 28 zu verlegen und damit Platz für die Fundis zu schaffen, die dann wieder einmal direkt vor der Beratungsstelle von pro familia in der Türkenstraße 103 stehen dürften.

Uns ist egal, ob das KVR versucht, unsere Versammlung zu verbieten, wir werden unseren Protest gegen die Fundis auf jeden Fall selbstbestimmt gestalten. Kommt deshalb ab 10:30 Uhr in die Türkenstraße 103 und wir entscheiden gemeinsam, wie wir mit dieser Situation am besten umgehen.

Ihr könnt uns immer noch kreuzweise #3

Am Freitag, den 25. Januar 2019 wackeln mal wieder christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen durch München. Bisher zogen sie immer vor die Beratungsstelle profamilia (Türkenstr. 103), um diese zu terrorisieren. Dieses Mal jedoch stehen wir ab 11 Uhr dort, um unsere Positionen auf die Straße zu bringen. Wir wollen einen sicheren und einfachen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen und wir wollen eine Gesellschaft, in der es möglichst keine ungewollten Schwangerschaften mehr gibt. Mit unserer Kundgebung möchten wir Mut machen und endlich mit dem Tabu brechen, dass über Schwangerschaftsabbrüche nicht gesprochen wird. Außerdem positionieren wir uns gegen christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen, die vor Beratungsstellen und Abtreibungskliniken ungewollt Schwangere belästigen und terrorisieren.

Kommt vorbei, schaut euch unseren Infotisch an, trinkt Tee mit uns und lasst uns ein bisschen quatschen. Und wenn die Fundis (= christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen) dann vorbeischauen, lasst uns dafür sorgen, dass Gott ihre Gebete nicht hören kann.

Wir treffen uns um 11 Uhr vor der Türkenstr. 103.

Wer Lust hat die Fundis auf ihrem Gebetsmarsch durch München zu begleiten, kann auch um 10 Uhr zur St. Pauls-Kirche (St. Paulsplatz, Haltestelle Theresienwiese) kommen.

Infos in Kürze

Freitag, 25. Januar 2019

10:00 Uhr
Start des Gebetsmarschs christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner*innen an der St. Pauls-Kirche

Ab 11:00 Uhr
Pro-Choice-Kundgebung mit Infotisch vor der Türkenstr. 103


Pro Choice is ois! Fundiaufmarsch in München stoppen

Wir unterstützen den Aufruf der Antisexistischen Aktion München gegen den Gebetsmarsch der Abtreibungsgegner*innen um Wolfgang Hering am 24. März 2018:

  • 40 Tage Mahnwache vor dem „Medicare“-Zentrum in Freiham
  • Monatliches Vigil mit Kundgebung vor pro familia
  • Widerliche Hetzkampagnen gegen Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen
  • Einflussnahme radikaler Abtreibungsgegner*innen auf politische Entscheidungen
  • Zahllose Aufkleber fundamentalistischer Jesusanbeter*innen
  • und und und …

Uns reicht’s! Wir finden es ist an der Zeit, dem Haufen hier ansässiger und aktiver „Lebensschützer*innen“ zu zeigen, dass wir ihre sexistische, rassistische, trans- und homofeindliche Ideologie nicht länger unkommentiert stehen lassen.

Darum rufen wir für den 24. März 2018 zum Protest gegen christliche Fundamentalist*innen auf. 


Treffpunkt ist um 11:00 Uhr vor „pro familia“ in der Türkenstraße 103, 80799 München


Für den 24. März ruft Wolfgang Hering vom Verein „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ erneut zu einem so genannten Vigil auf. Dabei ziehen die ultra-religiösen Abtreibungsgegner*innen durch die Münchner Innenstadt vor die Beratungsstelle von „pro familia“ und beten dort. In der Regel haben sie eine Marienikone und Schilder dabei, die Umstehenden manipuliative, die Umstände eines Schwangerschaftsabbruchs verfälschende Botschaften vermitteln sollen.

Gruppen wie „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ sprechen Frauen* ihre reproduktiven Rechte ab: so hat nicht die Frau* zu entscheiden, ob und wie viele Kinder sie zur Welt bringt sondern Gott allein. Ihr Ziel: das vollständige Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Im Rahmen ihrer Kampagnen und Aktionen bezeichnen sie Schwangerschaftsabbruch als Mord, denn in ihrer Welt beginnt das menschliche Leben mit der Zeugung. Um ihren Punkt zu machen, greifen sie zu teilweise drastischen Methoden. Sie nutzen Bilder mit blutigen Föten, quatschen Frauen* im Rahmen so genannter „Gehsteigberatungen“ vor Beratungsstellen und Kliniken an, verteilen unrealistisch große Plastikembryos oder zeigen Schilder mit Sprüchen wie „Papa schau, ich bin ein Junge“. All das dient dazu, ungewollt Schwangere, in ihrer eh schon schwierigen Situation weiter unter Druck zu setzen.

Egal ist ihnen dabei auch, dass sie sich völkisch-rechter Rhetorik bedienen. Schon die Nazis nutzten den weiblichen Körper für ihre Propaganda. Da ist die Rede vom „Mutterleib als Keimzelle des Volkes“ oder dass „das Volk im Mutterleib stirbt“. Frauen* kommt in diesem Narrativ die Rolle der Mutter zu, die möglichst viele gesunde Kinder für den deutschen Volkskörper zu produzieren habe. Daher ist es auch kein Wunder, dass sich extrem rechte im Dunst selbst ernannter „Lebensschützer*innen“ durchaus wohl fühlen und ideologische Anknüpfungspunkte finden.

Bayern – (k)ein Platz für Antifeminist*innen

Das seit Jahrzehnten von konservativen Kreisen geführte Bayern war und ist ein Ort, an dem sich antifeministische und reaktionäre Gruppierungen durchaus wohl fühlen. Parteien wie die CSU, AfD oder Zentrum sind hier genauso aktiv wie evangelikale und christliche Fundamentalist*innen oder „Lebensschutz“-Organisationen wie AlfA, CDL oder 1000 Plus, letztere zogen extra von Heilbronn nach München.

Untereinander und über München hinaus sind diese Gruppen zum Teil gut vernetzt. So traten Wolfang Hering, Vorbeter bei „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ und Klaus Günther Annen, einer der umtriebigsten Abtreibungsgegner Deutschlands,  bei einem „Vigil“ in Münster gemeinsam auf. Annen relativiert auf seiner Seite „babycaust.de“ die Shoa und prahlt förmlich damit, gegen wie viele Ärzt*innen er schon Anzeige erstattet hat.

Derzeit wohl prominentestes Opfer seiner Hetzjagd ist die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die wegen des Verstoßes gegen §219a zu einer Geldstrafe von 6000€ verurteilt wurde. Was Annen wohl aber nicht schmeckt, ist dass Frau Dr. Hänel sich nicht verkrochen hat, sondern die Diskussion öffentlich führt. Das und die Welle der Solidarität bewirkte, dass seit langem wieder öffentlich und aktiv über das Thema Schwangerschaftsabbruch gesprochen und diskutiert wird.

Daran wollen wir mir unserem Protest am 24. März anknüpfen. Wir fordern die Abschaffung der Paragrafen 219 und 218 StGB. Denn nicht nur die Information über Abtreibungen, sondern auch Schwangerschaftsabbrüche an sich sind in Deutschland noch immer strafbar und werden nur aufgrund eines lausigen Zusatzartikels (§218a) nicht strafrechtlich verfolgt. Diese Entmündigung und Bevormundung von Schwangeren ist unerträglich. Wir wollen sie nicht länger hinnehmen.

Setzen wir also gemeinsam ein starkes Zeichen gegen reaktionäre, antifeministische Hetze und für Selbstbestimmung. Treten wir den Abtreibungsgegner*innen entgegen und zeigen ihnen, was wir von ihrem Gebete halten. 

Wir haben es in der Hand, zu verhindern, dass München zum Ort für Fundis und radikale Abtreibungsgegner*innen wird. Und darum rufen wir Euch dazu auf, am 24.3. mit uns auf die Straße zu gehen und gegen diese sexistische Kackscheiße zu demonstrieren.

Wir treffen uns um 11:00 Uhr vor „pro familia“ in der Türkenstraße 103, 80799 München. 

Eure Antisexistische Aktion München

Bitte seid Euch darüber im Klaren, dass mit polizeilicher Repression zu rechnen ist und die Cops versuchen werden, unseren legitimen Gegenprotest zu verhindern oder zu kriminalisieren. 

Wo Gott nicht helfen kann, da sorgt die Polizei für Ordnung

Eigentlich hatten wir ja gar nicht mehr damit gerechnet, dass die Fundamentalist*innen um Wolfgang Hering noch vor dem medicare-Gesundheitszentrum auftauchen würden. Die Polizei war bereits abgezogen, auch einige Gegendemonstrant*innen hatten bereits den Heimweg angetreten, als schließlich mit rund 45 Minuten Verspätung das wohlbekannte Wolfimobil um die Ecke bog. Heraus kamen Wolfgang Hering und drei Begleiter*innen. Obwohl Hering wieder einmal seinen Benediktussegen um den Hals trug, der zum Schutz gegen „Alltagsgefahren, Blitz, Hagelschlag, Vergiftung, Fieber, Pest, Steinleiden, Fallsucht, böse Geister, Hexen, den Teufel sowie bei Geburten und in der Sterbestunde“ (vgl. Artikel „Benediktussegen“ bei Wikipedia) dient, bewahrte ihn und seine Mitstreiter*innen das nicht vor unserem Gegenprotest. Auch ein gen Himmel gerichtetes, stilles Stoßgebet führte nicht dazu, dass wir vom Blitz getroffen wurden und so griff Hering kurzerhand in seine Tasche und tauschte seinen Rosenkranz gegen ein Mobiltelefon, mit dem er dann eilig die Polizei verständigte. Wenige Minuten später traf diese mit zwei Streifenwägen ein. Hering delegierte das „Vorbeten“ an die zwei Personen, die am heutigen Tag die Ehre hatten, das Marienbildnis zu halten, um sich bei den Polizeibeamt*innen über uns zu beschweren. Vermutlich fühlten er und seine Mitbeter*innen durch die Musik von den Petrol Girls und Respect My Fist beim Rosenkranzbeten gestört.

Die Polizei teilte Herings Meinung offenbar und versuchte uns an einen anderen Platz zu verweisen, von dem wir die Gebete der Abtreibungsgegner*innen nur aus der Ferne hätten verfolgen können. Das stellte die Beamt*innen allerdings vor einige logistische Probleme. Glüchlicherweise kam eine*r der Polizist*innen auf die grandiose Idee, Absperrband mit der Aufschrift „Polizeiabsperrung“ um den Kundgebungsort der Fundamentalist*innen zu spannen. So grenzten Sie deren Kundgebung symbolisch von uns Gegendemonstrant*innen ab. Die Betonung sollte dabei auf dem Wort symbolisch liegen …

Zwei Polizist*innen versuchen den Kundgebungsort der Fundamentalist*innen mit Polizei-Absperrband zu sichern.

Der Versuch der Polizei stieß dabei jedoch auf einige Erheiterung bei umstehenden Beoachter*innen. Währenddessen setzte Wolfgang Hering zusammen mit seinen Schäfchen unbeeindruckt sein Gebet fort. Wie immer betete er vor. Vielleicht traut er seinen Mitstreiter*innen ja nicht zu, dass diese ein Ave Maria oder ein Vaterunser textsicher herunterbeten können.

Erleichtert davon, dass nun ein Absperrband Gegendemonstrant*innen auf Abstand hält, beteten die Fundamentalist*innen weiter. Wolfgang Hering dirigiert sie dabei.

Weil sie sich offenbar nicht anders zu helfen wussten, nahmen die Bullen kurz darauf eine Gegendemonstrantin in Vorbeugegewahrsam und beraubten uns damit auch unserer Musik. Die Betroffene wurde bis zum Ende der Kundgebung der fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen in einer Zelle auf dem Pasinger Polizeirevier festgehalten. Konkrete Vorwürfe konnten die Polizist*innen gegen sie jedoch nicht erheben.

Unterdessen schickte Gott einen Regenschauer und trieb seine selbsternannten Schäfchen damit zur Eile. Nach einem eilig zu Ende gebeteten Rosenkranz dankte Wofgang Hering der Münchner Polizei für ihren Einsatz und ließ seine Anhänger*innen noch ein Vaterunser für die Polizist*innen beten. Danach beendete er die Kundgebung und binnen einer Minute flohen die Fundamentalist*innen vom Kundgebungsort.

Stilleben mit Fundis.

 

Aufruf zum Protest gegen den allmonatlichen Gebetsmarsch der „Gotteshelfer*innen“

ACHTUNG: Uhrzeit und Ort geändert. Wir treffen uns um 10:15 Uhr vor dem medicare Gesundheitszentrum in Freiham (Hans-Stützle-Straße 20). Die Abtreibungsgegner*innen haben ihre Veranstaltung dorthin verlegt.

Lust auf „Ave Maria“ und „Vaterunser“ in Dauerschleife? Auf Schilder mit der Aufschrift „Papa, schau, ich bin ein Junge“ und einer riesigen Marienikone? Lust auf christlichen Fundamentalismus und entnervende manipulative Unterdrucksetzung von Schwangeren, die über einen Abbruch nachdenken?

Nein? Dann komm am Samstag, den 25. November 2017 um 11 Uhr vor die Beratungsstelle „Pro Familia“ in der Türkenstraße 103 und demonstriere mit uns gegen die „Helfer*innen für Gottes glückliche Kinder“ (oder so ähnlich), die, wie jeden 25. des Monats – es sei denn, der 25. fällt auf einen Sonntag, dann am 24. –, unter anderem vor „Pro Familia“ – eine Beratungsstelle zum Thema Sexualität, die auch Termine zum Thema Schwangerschaftsabbruch anbietet – ihre „Vigilien“ durchführen.
Diese starten immer an der Paulskirche (St.-Pauls-Platz 11, Theresienwiese) und von dort wandeln ihre Teilnehmer*innen singend und betend – leider kennen sie nur das „Ave Maria“ und das „Vaterunser“ – zu „Pro Familia“, wo sie diese und die gesamte Nachbarschaft eine gute Stunde lang mit ihrem Singsang beschallen und dann einige Meter bis zur Ludwig-Maximilian-Universität am Geschwister-Scholl-Platz zurücklegen und ihr Gebet dort beenden.

Diese „Gotteshelfer*innen“, eigentlich „Helfer für Gottes kostbare Kinder Deutschland e.V.“, sind ein Grüppchen, das um Wolfgang Hering kreist und dem fundamentalchristlichen Verein „Euro ProLife“, der ebenfalls von Wolfgang Hering angeführt wird, nahesteht. Beide Gruppen bedauern das „Sterben des europäischen Kontinentes“ und setzen sich gegen Schwangerschaftsabbrüche ein. Dabei dient ein fundamental-christliches Weltbild als Begründung für die Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen. „Euro ProLife“ ist besonders für die Organisation der „1000-Kreuze-Märsche“, fundamentalchristliche Demonstrationen gegen Schwangerschaftsabbrüche, in Salzburg und mehreren deutschen Städten bekannt, die „Assistent*innen Gottes“ veranstalten zusätzlich zu ihren einmal monatlich stattfindenden Vigilien auch sogenannte „Gehsteigberatungen“ und bieten ein „Lebenszentrum“ an. Die Gehsteigberatungen bestehen darin, zum Beispiel vor dem Münchner medicare-Zentrum, einer Klinik, in der Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden, Patient*innen massiv psychologisch unter Druck zu setzen, ihnen Plastikföten in die Hand zu drücken und „Kindsmord“ vorzuwerfen. Die „Samariter*innen Gottes“ vertreten ein archaisches heteronormatives Familienbild, ein verklärtes, dabei für die betroffenen Personen massiv einengendes Bild von der „Frau und Mutter“ und ein kreationistisches, bibeltreues Verständnis des Ursprungs der Welt und der Rolle des Menschen darin.

Niemals würden wir behaupten, dass ein Schwangerschaftsabbruch eine leichte Entscheidung und ethisch unbedenklich ist. Jedoch kritisieren wir, dass die selbsternannten „Retter*innen“ schwangere Menschen massivst auf manipulative Art und Weise unter Druck setzen, anstatt die Dinge in der Gesellschaft anzugreifen, die Schwangere in die verzweifelte Notlage bringen, ihre Schwangerschaft abbrechen zu wollen. Wir kritisieren, dass ihr fundamentalchristliches Weltbild Teil der gesellschaftlichen Umstände ist, die Menschen zu einem Abbruch bewegen. Wir kritisieren, dass sie eine Lebensweise propagieren, die eine Unterwerfung unter eine göttliche Autorität und ein uraltes Buch verlangt und die alternative Lebensweisen – alle Lebensweisen, die nicht aus „Ehemann“ und „Ehefrau“ bestehen – als „sündig“ und „unchristlich“ brandmarkt. Wir kritisieren ihr starres, erdrückendes Rollenverständnis von „Männern“ und „Frauen“. Wir kritisieren die körper- und lustfeindliche Haltung des christlichen Fundamentalismus, die einen offenen und entspannten Umgang mit Sexualität unmöglich macht. Die Verhütungsmittel verteufelt. Die Enthaltsamkeit fordert. Die Sex nur als Fortpflanzungsmittel versteht und nicht als etwas, das schön ist und Spaß macht. Und zwar in all seinen Varianten. Die „Helfer*innen“ bieten den Schwangeren eine behütete Umgebung in ihren Reihen, wenn sie sich gegen einen Abbruch entscheiden. Doch nur um den Preis, diese Lebenseinstellung zu teilen und sich ihr zu unterwerfen. Das nehmen wir nicht hin! Schwangeren muss es möglich gemacht werden, eine Schwangerschaft abzubrechen. Statt Schwangerschaftsabbruch zu kriminalisieren und Schwangere noch zusätzlich unter Druck zu setzen, müssen wir dafür kämpfen, eine Gesellschaft zu schaffen, die Schwangerschaftsabbrüche nur noch selten nötig macht. Und der christliche Fundamentalismus ist dabei sicher nicht der Weg, eine solche Gesellschaft zu erreichen.

Deshalb rufen wir dazu auf, das allmonatliche Konzert der „Helfer*innen“ zu stören und diese mit lebens- und körperbejahendem Lärm zu übertönen. Bringt Musik und Boxen mit. Zeigen wir ihnen, dass unser Lärm schöner ist als ihr „Ave Maria“! Wir treffen uns um 11 Uhr vor „Pro Familia“ in der Türkenstraße 103 (Haltestelle Universität). Wer früh genug wach ist, kann um 10 auch zur Paulskirche (St.-Pauls-Platz 11, Theresienwiese) kommen und den Gebetsmarsch der „Helfer*innen“ begleiten.

Hier findet ihr eine Druckvorlage des Aufrufs, den ihr gerne ausdrucken und verteilen könnt.

Aufruf zum Protest gegen fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen

Am kommenden Mittwoch, den 25. Oktober planen fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen des EuroProLife nahen Vereins „Helfer für Gottes kostbare Kinder Deutschland e.V.“ ein sogenanntes Vigil, also einen Gebetsmarsch mit einer Kundgebung vor der Beratungsstelle von ProFamilia in der Türkenstraße 103. Die Gruppe um Wolfgang Hering veranstaltet solche Vigilien jeden Monat und sorgt damit und mit anderen Aktionen für viel Ärger bei all denjenigen, die Dienstleistungen, im Falle von ProFamilia sind das Beratungsangebote, rund um Schwangerschaftsabbrüche anbieten. Unter dem Namen „Gehsteigberatungen“ postieren sich Abtreibungsgegner*innen des Vereins regelmäßig vor Beratungsstellen wie ProFamilia oder vor der Klinik von Arzt Dr. Stapf in Freiham und terrorisieren Frauen*, die diese Angebote nutzen wollen.

Die Abtreibungsgegner*innen unterstellen, dass es sich bei Schwangerschaftsabbrüchen um Mord handele. Damit positionieren sich die religiösen Fundamentalist*innen in der kontroversen und oft ideologisch aufgeladenen Frage nach dem Beginn menschlichen Lebens mit den damit einhergehenden Rechten klar und unmissverständlich gegen das Interesse einer schwangeren Frau* auf Selbstbestimmung. Dabei greifen die Abtreibungsgegner*innen zu heftigen Methoden. Bilder von Föten, die sie bei ihren Vigilien mit sich herumtragen und die beschriftet sind mit Sprüchen wie „Papa schau, ich bin ein Junge“, ebenso wie Plastikföten, die sie zum Teil bei ihren Gehsteigberatungen an Passant*innen verteilen, dienen bewusst dazu, Frauen*, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken zu triggern und so unter Druck zu setzen. Zudem zeigt die gezielte Ansprache des „Vaters“ auf ihren Plakaten, dass es den Fundamentalist*innen gezielt darum geht, das Recht von Frauen* auf Selbstbestimmung zu untergraben.

Die fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen beschreiten also gezielt antifeministische Wege, indem sie wichtige emanzipatorische Errungenschaften wie eine Entkriminalisierung von Abtreibungen (immer noch nur unter bestimmten Umständen) infrage stellen. Die gesellschaftlichen Bedingungen, die Frauen* dazu bringen, sich für einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden, spielen in der Analyse der Abtreibungsgegner*innen nur insofern eine Rolle, als dass sie den Zerfall eines konservativen Familienideals beklagen, in dem Frauen* naturgemäß für die Empfängnis und die Erziehung von Kindern bestimmt seien. Statt also die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Schwangerschaftsabbrüche für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen* notwendig geworden sind, ins Zentrum ihrer Kritik zu stellen, suchen die Fundamentalist*innen in Frauen*, die sich für Abtreibungen entscheiden einen Sündenbock und konzentrieren sich in ihrer Arbeit darauf, die wenigen Angebote zum Thema Schwangerschaftsabbrüche anzugreifen. Das ist nich nur reaktionär, sondern auch zutiefst antifeministisch, denn für die Fundamentalist*innen wiegt eine Verhinderung von Abtreibungen mehr als die Emanzipation von Frauen*.

Aus diesen Gründen wollen wir uns den fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen in den Weg stellen und ihrem Protest eine Gegenstimme verleihen. Am kommenden Mittwoch treffen wir uns deshalb um 11:00 Uhr vor ProFamilia um die Gebete und Gesänge der Fundamentalist*innen zu übertönen!